Samstag, 7. April 2018

Internationaler Museumstag 2018 am 13. Mai

Sonntag, 13. Mai 2018. Ganze sieben Museen zur Auswahl





Sonntag, 18. März 2018

Szenische Lesung über Verdingkind Franz Meier

Die Heimatvereinigung Wiggertal (HVW) empfiehlt den Besuch der Szenischen Lesung, welche unter der Regie von Louis Näf die Verdingkind –Problematik im Agrarmuseum Burgrain darstellt. Grundlage dafür ist die anno 2000 erschienene Autobiographie des 1917 als Willisauer geborenen Franz Meier. Er wurde nach der Geburt zu einem verheirateten kinderlosen Ehepaar gebracht, weil er nicht bei den leiblichen Eltern leben konnte. Meier arbeitete dann im Hinterland als Knecht. Später war er auch im Zürichbiet werktätig und lebte schliesslich mit seiner 1995 verstorbenen Frau, vier Kindern und zwei Pflegekindern in Luzern wo er 2005 verstarb.

In seiner Autobiographie stellt Franz Meier sein Leben als Verdingbub mit negativen aber auch positiven Seiten eines solchen Lebens dar. Dramaturg Louis Näf hat diese Problematik nun aufgenommen und wird in einer szenischen Lesung ein exemplarisches Zeugnis aus dieser Zeit in unserem Lebensraum Wiggertal darstellen lassen. Der Schauspieler Otto Huber, der Akkordeonist Hans Hassler und Monika Müller mit Bild und Projektion sind zusammen mit Louis Näf die Protagonisten dieser Veranstaltung.

Am Samstag 17. März (Beginn 20.15 Uhr) und am Sonntag 18. März (Beginn 18.15 Uhr) finden diese Szenischen Lesungen im Agrarmuseum Burgrain statt. Auf Voranmeldung kann jeweils 1 ½ Stunde vorgängig ein Imbiss („Spatz“) genossen werden. Platz- und Imbiss-Reservation bitte melden bei www.museumburgrain.ch oder 079 760 30 15 (Museumsleiterin Beatrice Limacher). Für weitere Auskünfte über andere Spielorte: Edith Meier (meedi@bluewin.ch oder 041 497 35 92)

Der Vorstand der Wiggertaler Heimatvereinigung mit über 1600 Mitgliedern ist Louis Näf für die Umsetzung dieses Projektes dankbar und empfiehlt die Veranstaltung als wertvolle und denkwürdig Auseinandersetzung über das, was viele Kinder in der damals ohnehin schwierigen Epoche erleben und erdulden mussten.



Xaver Vogel, Menzberg Präsident, Heimatvereinigung Wiggertal

Donnerstag, 1. Februar 2018

Ein Kleinod als Kulturort: Künstler, Autoren und Musiker hauchen dem Spycher Leben ein

Zofinger Tagblatt

Françoise Bühler (links) und Vreni von Arx-Moor haben von der ersten Stunde an «Kultur im Spycher» mitgeprägt. (Bild: awi)

Eine kleine Gruppe Freiwilliger steht hinter der «Kultur im Spycher».
In den letzten Jahren sind bereits einige Anlässe zu Stande gekommen.


Auch ein kleineres Dorf mit lediglich 1500 Einwohnern kann über ein organisiertes, kulturelles Leben verfügen. Ein gutes Beispiel dafür ist die Gemeinde Wikon mit der «Kultur im Spycher». Klein, aber fein ist das Angebot und klein, aber fein auch die Räumlichkeiten: Die Kulturveranstaltungen finden im alten, ehemaligen Vorratsspeicher an der Luzernerstrasse statt.

Seit mehr als einer Dekade schon organisiert das Team mit den treibenden Kräften Vreni von Arx-Moor, Françoise Bühler und Hanni Golling vierteljährlich Anlässe. Vreni von Arx-Moor nennt sie «Standardanlässe», denn es sind alternierend Lesungen, Musikalisches – in den letzten Jahren kombiniert mit Märchen-Erzählungen, Ausstellungen und jedes Jahr der Adventshöck, die dem geneigten Interessierten angeboten werden. «Viel können wir nicht machen. Wir arbeiten im Frondienst. Und wir wollen die Leute nicht überfordern », erläutert von Arx-Moor. Im Sommer kann es schon mal vorkommen, dass auch etwas Platz vor dem Spycher genutzt und ein kleines Zelt aufgestellt, eine Veranstaltung quasi «outdoor» abgehalten wird. Der Spycher, im Jahre 2000 nach dem Tod von Rudolf Lanz in den Besitz der Gemeinde Wikon übergegangen, wurde 2006 anlässlich des 750-Jahr-Jubiläums von Wikon renoviert und ist ein Kleinod. Wenn nicht gerade eine Ausstellung läuft, hängen an den Holzwänden im Erdgeschoss und im ersten Stock alte Fotografien, die die Geschichte Wikons dokumentieren: ältere Gebäude, die Marienburg, das Feuerwehraufgebot. Edi Müller hatte die Bilder eingerahmt, die einst von Hans Held aufgenommen wurden.

Start im Jahre 2006
Der Startschuss zur «Kultur im Spycher » erfolgte im besagten Jahr 2006. Zuvor diente der Spycher Lanz quasi als Bushaltestelle. Nach der Renovation wollte die damalige Gemeindepräsidentin Marcelle Becker dem Spycher-Gebäude etwas Leben einhauchen, wie Vreni von Arx-Moor schildert. Neben ihr und Becker waren auch Jolanda Wymann, Alex Huber und Françoise Bühler die Macher der ersten Stunde. Einige Jahre half auch Catherine Bühler mit. Wenn Tatkraft nötig ist, agieren als «Kulissenschieber» Hans Golling und Tony von Arx. Toni Bammert sorgt für Reinlichkeit und Heidi Müller betreut den Aussenschmuck.

Es ist eine stattliche Liste von Anlässen, die in den letzten Jahren bei «Kultur im Spycher» zustande gekommen ist. Um einige Beispiele – ohne Wertung – zu nennen: So stellte Hans Leutwyler aus Zofingen aus; Alex Huber steuerte Eisenplastiken bei. Thomas Hostettler (Pfaffnau) und Cristina Buchmüller (Zofingen) und viele andere Autoren hielten Lesungen ab. Das Jodler-Duo Stadler oder die Kleinformation «The Oldies » mit Handharmonika traten beim Musikalischen auf. Jede Veranstaltung ist begleitet von einem traditionellen Apéro. Gut in Erinnerung blieb Vreni von Arx die Ausstellung von Xaver Kaufmann aus Wikon. «Das war ein schöner Erfolg für ihn», erinnert sie sich. Auch die Telefon-Sammlung von Rita Zimmermann stiess auf grosses Interesse. Françoise Bühler nennt die Ausstellung, die das Spinnen von Garn präsentierte. Auf das alte Handwerk legen die Organisatoren ohnehin besonders Wert. Und sie versuchen, dass man mit den Kulturanlässen nahe an der Region bleibt – natürlich war auch «Seppi a de Wiggere» ein Thema bei der «Kultur im Spycher». Fotos von den Anlässen sind in Mäppchen dokumentiert. Die hütet Françoise Bühler fast wie Augäpfel. Wenn ein Sponsor dafür gefunden werden könnte, möchte man diese gerne digitalisieren. Das Budget von «Kultur im Spycher» ist ohnehin ganz bescheiden.

https://epaper-service.azmedien.ch/?issueid=26189&pageno=26

Dienstag, 12. Dezember 2017

Heimatkunde 2018 erhältlich

Die Ausgabe 2018 der Heimatkunde des Wiggertals ist erhältlich. Sie bringt wieder Überraschendes und Wissenswertes aus der Landschaft der Wigger, vom Napf bis zur Aare. Wer da lebt, wer mit dem Wiggertal verbunden ist, wird Freude und Interesse am vielfältigen Inhalt finden. Darum kann sie auch als sinnvolles Geschenk Freude bereiten.


Auslieferungsstellen:

Erhältlich ist es zusätzlich zu den erwähnten Verkaufsstellen:
  • Papeterie Spiegelberg, Reiden
  • Amtshauspapeterie Willisau
  • Suter Café in Schötz, Wauwil, Willisau
  • Untertor Buchhandlung, Sursee

Direkt kann es bezogen werden bei
  • Hansjörg Luterbach, Museum, Schötz
  • Xaver Vogel Panoramaweg 3 6125 Menzberg 079 563 57 12

Regulärer Preis: CHF 40.–. Für Mitglieder der Heimatvereinigung ist die Heimatkunde im Jahresbeitrag von CHF 35.– inbegriffen.

Sie können die Heimatkunde auch via E-Mail archaeologisches.museum@schoetz.ch bestellen.


Samstag, 2. Dezember 2017

Erlebbare Heimat am Heimattag


Erschienen in der Willisauer Bote vom 28. November 2017.

ALBERSWIL Am Heimattag kamen die Mitglieder und Freunde der Heimatvereinigung Wiggertal voll auf ihre Rechnung. Sie wurden über Geschäftliches informiert, lernten die Geschichte der Burg Kastelen kennen und genossen eine herzliche Gastfreundschaft.


von Adelheid Aregger

«Heimat» ist ein emotionales Wort. «Heimatlos» nannte Johanna Spyri eines ihrer ersten Kinderbücher, bevor sie mit «Heidi» Weltruhm erlangte. Seine Heimat besang Conrad Ferdinand Meyer in seinem «Firnelicht», dessen letzte Strophe Motto für jedes Leben sein könnte: «Was kann ich für die Heimat tun, bevor ich geh im Grabe ruhn? Was geb ich, das dem Tod entflieht? Vielleicht ein Wort, vielleicht ein Lied, ein kleines stilles Leuchten!» Das Bewusstsein, hier eine Heimat zu haben, vermittelte dieser Heimattag 2017 auf hervorragende Art und Weise schon mit dem «Entlebucher Kuhreihen», den Sepp Vogel und Gregor Kunz zur Eröffnung in die voll besetzte Mehrzweckhalle bliesen. 

«E chli heili Wält» 
Zum ersten Mal wandte sich Xaver Vogel als Präsident der Heimatvereinigung Wiggertal an die grosse Runde der Heimatfreunde und übergab das Wort gleich an Gemeindepräsidentin Erika Oberli. «Unsere 650-köpfige Bevölkerung ist eng mit der Burg Kastelen verbunden», sagte sie und hob unter einer Reihe von Stichworten zu einer Vorstellung ihrer Gemeinde an, die dem Lockruf der Fusion nicht gefolgt und dank einer effizienten Verwaltung und selbstbewusster Bürger immer noch selbstständig ist. «Wir haben allen Grund dazu», sagte die Rednerin, und nannte ausser der auferstandenen Burg mit dem Schloss Sonnenberg weitere wirtschaftliche und kulturelle Highlights: das Agrar- und Spanschachtelmuseum, die Blasiuskapelle, den Planetenweg und vor allem das Erlebnis Agrovision Burgrain. Am Schluss ihres Plädoyers für ihre Gemeinde konnten die Zuhö- rer ihrem Slogan «Dorf mit Stil – Alberswil» zustimmen und auch ihrem Wunsch: «Wir wollen eine eigenständige Gemeinde bleiben und ‹e chli heili Wält› bewahren.»

Den Menzberg im Glas 
Ins Bild dieser – angesichts der Globalisierung – schon ein wenig im Aussterben begriffenen Welt passte der ganze Heimattag mit den Arrangements auf den Tischen und der von Alberswilern und HVV-Leuten betriebenen Festwirtschaft mit Einheimischem auf dem Teller und im Glas. Selbst gebackene Kuchen, Bauernbratwürste mit Zwiebelsauce gehörten ebenso dazu wie das Kafi Menzberg. Den speziellen Saft, der einen gewöhnlichen Kaffee zum Kafi Menzberg macht, verschenkte der Präsident nämlich den Männern und Frauen, die an diesem Nachmittag freiwillig im Einsatz waren und zum guten Gelingen des Heimattages beitrugen. Allen voran natürlich dem Hauptakteur Bruno Bieri. Ohne ihn wäre die Burgruine Kastelen wohl nicht zu einem Blickpunkt und Ausflugsziel vieler Menschen geworden und den Heimatfreunden wäre nicht die ganze Burgengeschichte in Bild und Ton vor Augen geführt worden. 

Wie die Heimat entstand... 
Seinem Beruf verpflichtet, fügte Geologe Bruno Bieri die Burgengeschichte in die Erdgeschichte ein. Er blendete 130 bis 150 Millionen Jahre zurück in eine Zeit, als Haie unsere Gegend unsicher machten, bevor vor zwei Millionen Jahren die Eiszeit die Fauna und Flora erstarren liess. «Die Gletscher haben die Hügel rund geschliffen», beschrieb der Referent die Zeit, ehe der Mensch hier vor 14 000 Jahren erstmals seine Spuren hinterliess. Auf so einem runden Hügel wurde die Vorgängerburg der Kastelen erstellt, wie bei der Ausgrabung gefundene Palisaden beweisen. Zuerst waren die Grafen von Lenzburg Herren in Alberswil und später jene von Kyburg, bis die Verwaltung des Herrschaftsgebiets 1273 wegen fehlender männlicher Nachkommen an das Haus Habsburg überging. Die Kastelen selber hielt feindlichen Angriffen stand und wehrte sich 1375 erfolgreich gegen die anstürmenden Gugler, konnte sich aber nicht dauerhaft gegen das Volk wehren, dem die Feudalwirtschaft auf dem Schloss missfiel. 1645 ging die überschuldete Burg an den Stadtstaat Luzern über und zerfiel zusehends, nachdem im Bauernkrieg 1653 die Dachziegel abgetragen worden waren. 1680 kaufte Reichsfürst und Grossprior Franz von Sonnenberg die Burg, sein Neffe baute 1682 das Schloss, das bis heute in Familienbesitz ist. 

…und sie gepflegt wird
Die neue Geschichte der Burgruine begann 1996 mit der Gründung des Vereins und dem Kauf der Burgruine Kastelen. Ihr Werdegang ist das ureigenste Anliegen und Verdienst von Bruno Bieri, der nach zwanzigjährigem Präsidium am 13. Oktober 2017 zum Ehrenpräsidenten ernannt worden ist. In seinem Film kommentiert er die jahrelangen Anstrengungen von der einsturzgefährdeten Ruine zum beliebten Ausflugsziel, das mit dem eingeflogenen Treppenturm in Innern und dem neuen Unterstand auf dem Picknickplatz jedes Jahr Hunderte Besucher anzieht. Der gut ausgebaute Spazierweg, der Grill samt Brennholz gehören ebenso zu den Annehmlichkeiten wie die WC-Anlage, sodass kein Bedarf mehr nach dem Wasser aus dem 57,6 Meter tiefen Sodbrunnen besteht, einem der tiefsten in der Schweiz, dessen Wasserstand von 2,2 Metern konstant bleibt, obwohl täglich 200 Liter zufliessen. 

Goldige Momente
Bruno Bieri lockte mit seinem Film viele Zuschauer zu einem Besuch auf der alten neuen Burg Kastelen, aber auch zum Goldwaschen in der Fontannen. Denn im Gespräch mit Xaver Vogel erzählte er von seinem ersten missratenen Goldwasch-Versuch, der 1969 trotzdem zur Gründung des Goldgräbervereins geführt hatte. Er sei Romooser, verriet er auch, «einer jener etwas struben Menschen», aber in Willisau aufgewachsen und von seinen Eltern schon als Kind zur Kastelen hinauf mitgenommen worden. Dass später ein Verein gegründet wurde, sei nicht nur sein Verdienst, gestand er ein und zollte den Mitinitianten Alois Häfliger und Hans Rudolf Thüer Dank und Respekt. «Eingesetzt hat sich jahrelang aber der ganze Kastelen-Vorstand», blickte Bruno Bieri zurück, «er hat viel Geld zusammengebracht und tut es jetzt noch, denn wir müssen das zinslose Darlehen weiter abzahlen. Dafür ist jetzt Daniela Rölli zuständig.» Die neue Präsidentin aus Alberswil, die zwar in Bern wohnt, aber als Kind oft zur Burg hinaufgekraxelt ist, benutzte die Gelegenheit, für die Kastelen zu werben, für den schönen Spaziergang und das Kässeli, «das Sepp Wermelinger leert und der wie ich wünscht, dass alles so bleibt, wie es ist.»