Freitag, 7. Dezember 2012

Fotos vom Heimattag 2012 in Menznau

Herzlichen Dank an Marlies Roos und Willi Korner für die Bereitstellung / Organisation der Fotos.

Herr Adrian Duss, Gemeindepräsident Menznau

Ruth und Peter Glauser, Badhut, Menznau, Anwohner am Jakobsweg

Xaver Vogel, Menzberg, bei seinem Referat "Der Jakobsweg im Hinterland"



Josef Steiner Ettiswil, wurde neu Ehrenmitglied




Diskussionsrunde mit Adrian Felber, Jakobspilger


Sonntag, 16. September 2012

Einladung: Jost auf der Maur - „Söldner für Europa“



Einladung zu einem kontradiktorischen Gespräch mit 
Jost auf der Maur 
über sein Buch: 

„Söldner für Europa“

am Freitag, 28. September 2012, 20.00 Uhr im Säli des Hotel/Restaurant Raben, Zofingen 





Sehr geehrte Damen und Herren

Die Eidgenossenschaft belieferte die Mächtigen Europas während Jahrhunderten in grossem Ausmass mit Söldnern. Mehr als eine Million kämpften unter fremden Fahnen. Die Folgen waren erheblich. Die Clans der Militärunternehmer wurden reich, stiegen auf zur Elite und bestimmten das Schicksal des Landes. Kein Lebensbereich blieb vom Söldnerwesen unberührt, und kein anderes Phänomen hat das Land vor Beginn der Moderne stärker geprägt. Selbst die Neutralität hat Wurzeln im Solddienst. Hinter der gern zitierten humanitären Tradition der Schweiz gibt es die viel ältere, die Kultur der Gewalt. Eine fast vergessene Geschichte.

Mit diesen durchaus provokativen Feststellungen in seinem Buch „Söldner für Europa“ hat der Journalist und Publizist Jost auf der Maur einigen Staub aufgewirbelt und Diskussionen angeregt.
Auch die Historische Vereinigung Zofingen möchte gerne in diese Diskussion einsteigen und hat deshalb Jost auf der Maur zu einem Gespräch über sein Buch und seine Thesen eingeladen. Auch das interessierte Publikum ist herzlich eingeladen, mit Fragen sich an der Diskussion zu beteiligen.

Der Vorstand der Historischen Vereinigung würde sich sehr freuen, wenn wir Sie zu diesem speziellen Auftakt zur Winter-Vortragsreihe 2012/13 begrüssen dürften.

Mit freundlichen Grüssen Historische Vereinigung Zofingen



Der Präsident

Alfred Schriber


Der Sekretär

Marco Arni


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Historische Vereinigung Zofingen
Alfred Schriber, Präsident, Am Hubersbergli 5, Postfach 402, 4800 Zofingen, freddy.schriber@swissonline.ch

Samstag, 11. August 2012

Bestellungen Kartenaktion - Häb Sorg zor Heimat

Einsatz für kulturelle Werte

mf. Mit der jährlich stattfindenden Kartenaktion «Häb Sorg zur Heimet» gibt die Heimatvereinigung Wiggertal zum einen Einblick in das Schaffen einheimischer Künstlerinnen und Künstler ausserhalb von Ausstellungen. Zum andern bildet sie eine der wichtigsten Einnahmequelle für das breite Wirken der Heimatvereinigung. Diese setzt sich in vielfältiger Weise für die kulturellen Werte des Wiggertales und des Hinterlandes ein. Mit verschiedenen Aktionen und Projekten und der jährlichen Herausgabe der «Heimatkunde Wiggertal» möchte sie Vergangenes ins Bewusstsein zurückrufen, Heimat ideell erhalten und sichtbar machen. Die Verantwortlichen der Heimatvereinigung Wiggertal freuen sich, wenn die Schülerinnen und Schüler mit ihren Karten an den Haustüren im Luzerner Hinterland und im Wiggertal gute Aufnahme finden.

Eine Karte kostet inklusive Kuvert und Schutzhülle drei Franken. Die Karten können auch direkt bei der folgenden Adresse bestellt werden:

Josef Stöckli
Höhe 17
6153 Ufhusen 

041 988 11 39
schosef.stoeckli@bluewin.ch



Wir freuen uns über Ihre Bestellung, ist der Erlös der Kartenaktion für die Heimatvereinigung doch eine bedeutende Einnahmequelle zur Unterstützung der vielfältigen Aufgaben!


Freitag, 10. August 2012

Bewegtes Spiel mit leuchtenden Farben

Kartenaktion der Heimatvereinigung Wiggertal 2012

Monika Fischer

In warmen Farbtönen leuchtet die Karte der Willisauerin Eva Häfliger wie ein Ausschnitt aus einem Blumenfeld. Das Bild strahlt Bewegung und Lebensfreude aus. Was so leicht wirkt, ist das Ergebnis eines langen Gestaltungsprozesses. Zuweilen von der Natur inspiriert, entstehen die Bildinhalte assoziativ und sind meist abstrakt. Erst nach vielen übereinander liegenden Schichtungen zeigt sich das Bild in seiner vollendeten Form.

Auch hinter der vorliegenden Kunstkarte liegt ein langer Prozess. In ihrem hellen Atelier in der Willisauer Vorstadt 21 blendet Eva Häfliger zurück und zeigt die Entwicklungsschritte an ihren in den letzten Jahren geschaffenen Bildern auf.

Sujet der Kunstkarte 2012

Tiefe durch transparente Farben und Schichten

Rund drei Jahre beschäftigte sich Eva Häfliger intensiv mit der Hinterglasmalerei. Zum Teil legte sie zwei bis drei Gläser hintereinander, was exaktes Arbeiten, Sorgfalt und eine grosse Vorstellungskraft erforderte. Diese Werke sind alle rund 110 auf 80 Zentimeter gross. Es drängte sie danach, wieder freier und grossflächiger zu arbeiten, «richtig zu werken». In ihrem reichen Fundus an Arbeitsmaterialien – Pinseln, Spachteln, Farben – stiess sie auf ein Malmittel, das eine transparente Wirkung der Ölfarbe erzielt. Sie begann zu experimentieren, malte weisse Wolken auf MDF-Platten und trug darüber abstrakte Flecken mit satten Farben auf: rosa, grün, blau, orange, gelb. Wo der weisse Untergrund fehlte, wurde die Farbe von der braunen Holzplatte aufgezogen. Intuitiv malte sie weitere Schichten und druckte mit selbst gefertigten Stempeln Motive in die Flächen. Auf diese Weise entstand eine ganze Serie von farbenfrohen geschichteten Bildern, darunter im Format 70 auf 90 Zentimeter das Original der aktuellen Kunstkarte der Heimatvereinigung Wiggertal.

Bilder entstehen im Werden

Das Malen ist für Eva Häfliger eine handgreifliche Angelegenheit. Sie sagt von sich selbst: «Ich bin keine Konzeptkünstlerin, sondern eine Handwerkerin. Ich habe eine vage Vorstellung von einem Bild im Kopf. Meine Bildinhalte entstehen assoziativ während der Arbeit. Aus Flecken, Strichen, Lücken, aus Zufälligkeiten wird ein Ganzes, das mich weiter inspiriert, mich suchen und finden lässt. Mich interessiert, was sich aus einem bestimmten Material mit unterschiedlichen Techniken machen lässt und letztlich zum Ergebnis führt.»

Sie beschreibt ihre Arbeitsweise an einem weitern Beispiel: Im Garten grub sie die reichlich vorhandenen Wurzeln des Thymian aus, band sie zu einer Kugel zusammen und hängte sie in ihrem Atelier auf. Fasziniert durch den Schattenwurf zeichnete sie diesen auf grossen Papierbogen nach. Die Bewegung der Kugel und der sich verändernde Sonnenstand verlangten rasches Arbeiten. Immer neue Skizzen entstanden. Eva Häfliger kehrte die Bogen um und malte auf der Rückseite die Zwischenräume des Schattens aus. Diese so entstandenen Kompositionen übertrug sie in verschiedenen Farben auf vier starke, 90 auf 150 Zentimeter grosse durchsichtige Folien. Die Anordnung der korallenartig wirkenden Gebilde konzipierte sie so, dass sie in zwei Schichten übereinander, oder auch nebeneinander gehängt ein duftiges Ganzes ergeben: Ein Spiel mit Tiefe und Verwandlung, das an eine Unterwasser-Aufnahme erinnert.

Eva Häfliger freut sich, dass sie die in den letzten Jahren entstandenen Werke im Frühling 2013 in einer grossen Einzelausstellung in Willisau in der Stadtmühle zeigen kann.

Zwei Tage wöchentlich arbeitet Eva Häfliger konzentriert in ihrem Atelier in Willisau. 
Sie freut sich, eine Arbeit zu haben, die sie erfüllt und glücklich macht. 


Überschäumende Kreativität


Die vielfältigen Werke sind das Ergebnis eines jahrzehntelangen stillen Schaffens und beharrlichen Dranbleibens. Für Eva Häfliger begann dieser Weg schon in der Kindheit. 1955 als Käserstochter in Ruswil geboren, wusste sie sich als Nochzöglerli gut selber zu beschäftigen. Mit bescheidenen Mitteln – Papier, Bleistift, Farbstiften, Schere, Leim – hat sie mit Vorliebe gezeichnet und gkaflet wie sie es rückblickend beschreibt. Auch die voll gekritzelte Agenda des Käsehändlers zeugt von ihrer überschäumenden Kreativität. Mit der Schulzeit kam der Einbruch, als ihr die Lehrer sagten, was schön sei und was nicht. Erst mit der Pubertät erwachte ihre Leidenschaft fürs Zeichnen und Gestalten neu. Die Eltern fanden allerdings, die Tochter müsse einen Brotberuf erlernen. Im Lehrerseminar in Luzern war der Kontakt mit der Künstlerin Marie-Theres Amici für Eva Häfliger ein Riesenglück: «Mit ihrer herzlichen und feinfühligen Art zeigte sie mir, dass ich etwas kann. Dies war mein Durchbruch.»

Nach drei Jahren Unterrichtstätigkeit lebte sie ein Jahr lang in Finnland und besuchte eine Textilschule. Danach belegte sie einen Platz im Vorkurs an der damaligen Kunstgewerbeschule Luzern.

Förderunterricht als idealer Brotberuf

Nach der Geburt der zwei heute erwachsenen Töchter machte sie eine kurze Schaffenspause. Bald besuchte sie wieder Abendkurse an der Kunstgewerbeschule und belegte später einen Tag pro Woche einen Atelierplatz in der Farbmühle Luzern. Seit 1989 arbeitet sie konsequent zwei Tage wöchentlich im eigenen Atelier. Als Glücksfall bezeichnet sie ihre Erwerbsarbeit. Vor rund zwanzig Jahren meldete sie sich bei der Institution für „Schule und Wohnen“ Mariazell Sursee, als die Stelle der Leiterin des Malateliers ausgeschrieben war. Aus dem ursprünglichen Angebot baute sie das heutige Atelier für freies Gestalten als Förderangebot für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und/oder Sprachschwächen auf. «In einem grossen Raum finden die Kinder alles, was ihr Herz begehrt: Papier, Ton, Holz, Farben, Metall, Werkbank, Nähmaschine und vieles mehr. Frei oder von mir angeregt können sie ihre Projekte realisieren: einen Kran bauen, ein Bild malen, eine Maske basteln, Schuhe herstellen, chnüble ond fuschte äbe... Für sprach- und verhaltensauffällige Kinder ist es wichtig, eine Ausdrucksmöglichkeit zu haben und eine andere Art von Zuwendung zu erhalten. Ohne Druck und Zwang können sie ausprobieren und dabei schlummernde Fähigkeiten entdecken, was ihr Selbstwertgefühl steigert», beschreibt Eva Häfliger ihre Arbeit und hält fest: «Es ist spannend und bereichernd, mit Kindern in einer gelösten Atmosphäre so frei arbeiten zu dürfen. Meine Lust am Ausprobieren und Experimentieren kann ich auf die Kinder übertragen, und ich bekomme von diesen viel zurück, auch neue Ideen und Impulse für mein Schaffen.»

Eva Häfliger mit zwei ihrer Bilder, die von ihrer Lust am Experimentieren mit
Farben und Formen in verschiedenen Schichten zeugen.

Adresse der Autorin und Fotografin:

Monika Fischer
Hauptstrasse 28
6260 Reiden

E-mail: fischerabt@bluewin.ch

Donnerstag, 12. Juli 2012

Kostbarkeiten im Wiggertal: Zofingen zeigt ein anderes Gesicht

Pius Häfliger, Luthern

Das über 800jährige Froburgerstädtchen im unteren Wiggertal ist Ziel des diesjährigen Traditionsanlasses der Heimatvereinigung Wiggertal. Das Wort "Kostbarkeiten" hat am 23. Juni in der Thut-Stadt in zweifacher Hinsicht seine Richtigkeit: Nebst der speziellen Stadtführung durch Urs Siegrist, Konservator des Museums Zofingen, ist der grösste Biomarkt der Schweiz in den Gassen und auf den Plätzen Zofingens zu Gast.

Wasser als Lebensader

Im "Jahr des Wassers" wird der von den üblichen Stadtführungen abweichende Rundgang zu besonderen Orten und Eigenheiten des Bezirkshauptortes führen. Nebst den vielen Brunnen spielten die Stadtbäche und Feuerweiher eine lebenswichtige Rolle, nachdem die Stadt mehrmals abgebrannt war. Im 19. Jahrhundert mussten einige Brunnen dem aufkommenden Verkehr weichen und fanden an ruhigeren Orten eine neue Bleibe. Was hat es mit der "Schifflände" auf sich und warum hat der parallel zur Wigger verlaufende Grundwasserstrom als einziger der Schweiz einen Namen?

Erkundung von malerischen Gassen

Auch Gassennamen haben sich geändert und es wird interessant sein zu erfahren wo die Judengasse war und welche Bedeutung ihr in alter Zeit zugekommen ist. Das Schicksal der Zofinger Juden, die Reformation und die Geschichte des früheren Chorherrenstiftes mit der prächtigen St. Mauritiuskirche, wird ein weiterer spannender Themenkreis des Besuches in Zofingen sein.

Der Rundgang wird um 14 Uhr beim Brunnen auf dem Bahnhofplatz seinen Anfang nehmen und rund zwei Stunden dauern. Besucher benutzen vorzugsweise die öffentlichen Verkehrsmittel, weil durch den Biomarkt ohnehin viele Gäste in der Stadt sind. Natürlich ist der Markt nach der Führung für alle Teilnehmer ein bunter Tummelplatz und weckt sicher auch viele Erinnerungen an die Zeit der grossen, mittelalterlichen Märkte.

Ein Besuch wird sich bestimmt lohnen und viele bleibende Eindrücke und neue Erkenntnisse hinterlassen. Die Heimatvereinigung freut sich auf Sie.

Der heutige Thutplatz mit dem Gerechtigkeitsbrunnen hatte vor 1890 durch
die Zofinger Klosterbrauerei ein besonderes Gepräge.


Sonntag, 8. Juli 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Brittnau

Polit. Gem. AG, Bez. Zofingen, Dorf am linken Rand des mittleren Wiggertals mit mehreren Weilern und Höfen auf den angrenzenden Höhen (sog. äussere Höfe, meist ma. Rodungssiedlungen), an der Strecke Luzern-Olten. 924 Pritinouva. 1850 2'249; 1888 2'069; 1900 2'229; 1950 2'972; 2000 3'400. Kirchensatz, Gerichtsherrschaft und umfangreicher Grundbesitz gehörten zum frohburg., ab 1299 habsburg. Amt Aarburg. Mit dem Rückkauf eines ehemaligen habsburg. Lehens an die Herren von Büttikon kam Bern 1481 zur Hälfte und 1516 ganz in den Besitz von Gerichtsherrschaft und Kirchensatz. Gleichzeitig ging bedeutender Grundbesitz an St. Urban. B. war Sitz eines Untervogts. Das Hofrecht ist in einer Fassung von 1387 überliefert. Eine erste Kirche stammt aus dem 10., die heutige ref. Saalkirche aus dem 16. Jh. Vom 17. bis 19. Jh. wurde neben Ackerbau v.a. Handweberei betrieben. Nach 1850 Massenauswanderungen. Ab dem 19. Jh. viele Wegpendler (1990: 72% Weg-, 38% Zupendler) in die Fabriken des unteren Wiggertals, nur wenig eigene Industrie. Die Hälfte der Arbeitsplätze stellt der Dienstleistungssektor (1990). Bezirksschule seit 1908. Verkehrsgünstige Lage an der Bahnlinie Olten-Luzern (Station B.-Wikon) und an der Autobahn A2 (Anschluss in Reiden).

Literatur
– G. Boner et al., Unsere Kirche, 1976
– A. Brack et al., 150 Jahre Sparkasse Mättenwil, 1978
– R.W. Brüschweiler et al., 1100 Jahre B., 1993

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Sonntag, 1. Juli 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Uffikon

Ehem. polit. Gem. LU, Amt Willisau, im Hürntal gelegen. 2006 fusionierte U. mit den Gem. Dagmersellen und Buchs (LU) zur Gem. Dagmersellen. 924 Uffinchova. Um 1695 ca. 370 Einw.; 1798 486; 1850 703; 1900 523; 1950 532; 2000 634. 1173 besass Beromünster drei Viertel der Kirchenrechte. Wegen der engen Verbindung von Kirchenvogtei und Twing verfügte Habsburg 1303 nur über das Frevelgericht. Meierhof, Kirchensatz, Vogtei, Twing und Bann wechselten 1337 von Walter von Grünenberg zu Ulrich von Büttikon, 1406-16 befanden sie sich wieder im Besitz der von Grünenberg und kamen über den Zofinger Peter Ottemann 1450 an Luzern. Der erste Sakralbau entstand im 10./11. Jh., die Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere wurde 1870-72 neu gebaut. Die Kollatur lag 1450-1875 bei Luzern, seither gehört sie der Pfarrei, die seit 1809 auch Buchs umfasst. 1798 wurde U. dem Distrikt Altishofen zugeteilt, 1803 dem Amt Sursee und 1814 dem Amt Willisau. 1285 ist eine Mühle erwähnt. 1938-81 bestand eine Berufskleiderfabrik, 1941-46 wurde industriell Torf abgebaut. Mit der Eröffnung der A2 1980 entwickelte sich U. zur Wohngem. für Pendler nach Sursee und ins Wiggertal, bewahrte aber seinen ländl. Charakter mit 52% der Arbeitsplätze im 1. Sektor (2005).

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 209 f. 
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977 
– 1100 Jahre Uffinchova-U., 1993 

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Nebikon

Polit. Gem. LU, Amt Willisau, am Zusammenfluss von Luthern und Wigger. 924 Nevinhova. Um 1695 ca. 280 Einw.; 1798 128; 1816 450; 1850 578; 1900 610; 1950 971; 2000 2'141.

Der Twing N. wurde vermutlich von den Rust und den Luternau in die Herrschaften Kasteln bei Alberswil und Wyher bei Ettiswil integriert, welche ihn ab dem SpätMA je hälftig besassen, ab 1664 gehörte er Wyher allein. Als Teil der Grafschaft Willisau gelangte N. 1407 an Luzern. Im 17./18. Jh. bildete N. einen Steuerbrief. Bis 1968 gehörte N. zur Pfarrei Altishofen; seither ist es pfarreilich selbstständig, während die gemeinsame Kirchgemeinde Altishofen-N. bestehen blieb. Die Pfarrkirche Maria Königin der Apostel wurde 1968 geweiht. In MA und früher Neuzeit wurde Dreizelgenwirtschaft betrieben, auf den Schotterböden wässerten die Bauern bis zur Melioration von 1936-42 ihre Wiesen. 1578 brannte das Dorf nieder. Im 19. und 20. Jh. herrschten Obstbau, Milchwirtschaft und Schweinezucht vor. Bis zur Industrialisierung war N. arm an Gewerbe; Seide, Leinen und Baumwolle wurden im Verlagssystem verarbeitet. Mit der Eröffnung der Centralbahn 1856 entwickelte sich N. rasch zum Umschlagplatz für das Willisauer Hinterland bis ins Entlebuch. Ein erster Industrialisierungsschub erfolgte um 1880: Die 1801 errichtete Hammerschmiede wurde ausgebaut, 1872 die auf die Herstellung von Ketten und Hebezeug spezialisierte Metallwarenfabrik Brun gegründet (1977 eingegangen, 1997 als Brun Mech AG neu gegr.) und 1869-1918 eine mechanisierte Ziegelei betrieben. 1884 wurde die Käsehandlung Lütolf ins Leben gerufen (regionaler Vertrieb und Export von Milchprodukten, bis Ende der 1990er Jahre). Seit 1902 ist N. Sitz der Eiseneinkaufsgenossenschaft der Wiggertaler Schmiede und Schlosser (1936 in die Rekag AG umgewandelt). Nach dem 2. Weltkrieg siedelten sich erneut zahlreiche Gewerbe- und Industriebetriebe an: u.a. Maschinenfabrikation, 1948 die Pavag AG als Herstellerin von Papiersäcken (2001 Konkurs und Neugründung als Pavag Folien AG), ab 1955 Fabriken für Heizradiatoren und Boiler. Die Egli-Mühlen AG begannen 1954 mit der Futterherstellung und erhöhten ihre Produktionskapazität Anfang des 21. Jh. erheblich. 1977 zog die Transportfirma Galliker AG zu (Hauptsitz in Altishofen). Im industriell geprägten N. arbeiteten 1985 75% der Beschäftigten im 2. Sektor, 2005 noch 46%. Seit 1955 besteht die Sekundarschule. Nach Überschwemmungen 1972 und 1975 wurden Luthern und Wigger grossflächig korrigiert.

Literatur
– H. Marti, N. - 1100 Jahre, 893-1993, 1993

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Sonntag, 17. Juni 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Egolzwil

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. Strassendorf am Nordrand des Wauwilermooses. Um 1160 Eigoltiswile. Um 1695 ca. 200 Einw.; 1798 340; 1850 576; 1900 438; 1950 522; 2000 1'226. Im Ufergebiet des ehemaligen Wauwilersees wurden bedeutende Funde jungsteinzeitl. Siedlungen gemacht (Egolzwiler Kultur). Im MA gehörte E. zum Einsiedler Dinghof Dagmersellen. Bei E. ist seit 1375 eine Dingstatt des Landgerichts der Grafschaft Willisau belegt. Kirchlich unterstand die Gem. bis 1882 der Pfarrei Altishofen und ist seither Teil der Pfarrei E.-Wauwil. 1895-96 baute August Hardegger in E. eine neugot. Pfarrkirche anstelle der spätma., 1750 erneuerten Antoniuskapelle. Im Dreizelgendorf E. wurde auch Gemüsebau betrieben und Torf abgebaut. 1346 ist eine Taverne erwähnt. Seit ca. 1770 sind Schullehrer bezeugt, 1812-38 wurde zusammen mit Wauwil eine Grundschule geführt. 1941-45 befand sich in E. ein Internierten-Straflager, an dessen Stelle 1949 die kant. Strafanstalt Wauwilermoos eingerichtet wurde. In E. haben sich Industrieunternehmen im Bereich Kranbau, Baustoffe, Heizkörper sowie Lagerhallen angesiedelt. 2000 stellte der 2. Sektor ein Viertel, der 3. Sektor gut die Hälfte der Arbeitsplätze in E.

Literatur
– A. Felber, «Schulgeschichtliches», in Heimatkunde des Wiggertales 1, 1936, 23-25
– Kdm LU 5, 1959, 63
– H. Gernet, «Verbrechen und Leiden im Internierten-Straflager Wauwilermoos (1941-1945)», in Heimatkunde des Wiggertales 53, 1995, 61-78
– J. Stadelmann, Umgang mit Fremden in bedrängter Zeit, 1998

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Mauensee

Polit. Gem. LU, Amt Sursee. Auf dem Gemeindegebiet liegen das Dorf M., die Weiler Bognau und Kaltbach sowie der See M. Ca. 1190 Moginse. 1850 632 Einw.; 1900 608; 1950 637; 2000 958. Funde von Pfahlbauten, röm. Gebäudereste und alemann. Gräber bezeugen eine frühe Besiedlung. Das Schloss auf der Seeinsel wurde 1605 am Ort einer ma. Burg vom Schultheissen Michael Schnyder von Sursee erbaut. Der Twing M. (ohne den Weiler Bognau) gehörte zur Vogtei Knutwil, die das Stift Zofingen 1579 an Luzern abtrat. Bognau blieb bis 1798 eine Exklave des Amtes Willisau. Die Einwohner waren stets nach Sursee pfarrgenössig. Die 1723 als Schlosskapelle erstmals erwähnte St.-Elogius-Kapelle wurde 1823 ins Dorf verlegt und 1850 nach dem Dorfbrand von 1849 neu erbaut. 1819 bildeten die Dreizelgendörfchen M. und Kaltbach zusammen mit Bognau die polit. Gem. M. Die Landwirtschaft blieb für das Dorf bedeutend: 2005 stellte der 1. Sektor mehr als ein Drittel der Arbeitsplätze in M. Die Emmi-Käserei in Kaltbach bot Arbeitsplätze im 2. Sektor. 1980 setzte insbesondere im Gebiet Chotten ein Boom im Wohnungsbau ein.

Literatur
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977

Autorin/Autor: Walter Frey

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Sonntag, 3. Juni 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Buchs (LU)

Polit. Gem. LU, Amt Willisau, im oberen Teil des Hürntales gelegen, umfasst das Dorf B. sowie einige verstreute Gehöfte und Häusergruppen. 1285 Buchse. Um 1695 42 Steuerpflichtige (ca. 250 Einw.); 1798 365 Einw.; 1850 583; 1900 434; 1950 405; 1990 330; 2000 374. Am südexponierten Talrand finden sich Reste eines röm. Gutshofs. In die Dorfkapelle St. Andreas sind Überreste einer in einen hochma. Friedhof hineingesetzten Burganlage integriert. Hochgerichtlich gehörte B. zur österr. Grafschaft Willisau, die 1407 in den Besitz der Stadt Luzern gelangte. 1460 schenkte Hans Türing von Büttikon die Vogtei zu B. dem Stift Zofingen, das B. seiner Herrschaft Knutwil angliederte. Zusammen mit Knutwil erwarb Luzern 1579 auch den Twing B. Ein örtl. Gericht vermochte sich nicht auszubilden. Die Kapelle von B. wurde 1371 als Filiale der Pfarrkirche Altishofen erstmals erwähnt. 1807 wurde B. nach Uffikon umgepfarrt. 1990 war die Wirtschaftsstruktur der Gem. -- 67% der in B. Erwerbstätigen arbeiteten im 1. Sektor -- noch immer stark landwirtschaftlich geprägt.

Literatur
– F. Blaser, Die Gem. des Kt. Luzern, 1949, 34 f.
– G. Meyer, B., 1997

Autorin/Autor: August Bickel

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Altbüron

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. Dorf in einer muldenförmigen Ausbuchtung des Rottals. 1194 Alpurron. Um 1695 65 Steuerpflichtige (ca. 390 Einw.); 1798 823 Einw.; 1850 1'184; 1900 767; 1950 683; 2000 883.

Älteste Funde datieren aus röm. Zeit. Früher als der Ort A. wird das nach ihm sich nennende Adelsgeschlecht von A. (1130 Werinhere de Aldpurron) erw. Als Erben der ausgestorbenen Frh. von A. erscheinen in der Mitte des 13. Jh. die Frh. von Balm, zu deren Herrschaft auch Altishofen gehörte. Die Burg A. (seit 1248 mehrfach erw.) stand auf einem Felsen oberhalb des Dorfes und wurde 1309 durch Hz. Leopold I. von Österreich zerstört, da Rudolf von Balm zum engeren Kreis der Mörder Kg. Albrechts I. gehörte. Das Zentrum der Herrschaft verlagerte sich nun nach Altishofen. Mit diesem teilte A. die weiteren Geschicke, bildete aber innerhalb der Herrschaft Altishofen ein eigenes Niedergericht und gehörte kirchl. zur Pfarrei Grossdietwil. Die Kapelle A. wird 1543 erw., der heutige Bau stammt von 1683 (Patrozinium St. Antonius von Padua). Das von A. aus genutzte Land lag beidseits des Tales und wurde durch die entlang der Rot verlaufende bern.-luzern. Grenze zerschnitten. Im 18. Jh. wurde eine Zollstatt errichtet. Ende des 18. Jh. bestand das bewirtschaftete Areal zu 78% aus Ackerland. In Resten bis heute erhalten hat sich ein System von Wässermatten. Die Korporationsgem. verfügt über 130 ha Land und 150 ha Wald (1986). An die 1875 eingestellten Bauarbeiten der Centralbahn für eine geplante Linie Wauwil-Langenthal erinnern ein Bahndamm und ein Tunnelportal. Waren noch 1975 50% der Erwerbstätigen im 1. Sektor beschäftigt, so hat sich in jüngerer Zeit der gewerbl.-industrielle Bereich (u.a. Verpackungsindustrie) stark entwickelt (1990 44% Arbeitsplätze).

Literatur
– F. Blaser, Die Gem. des Kt. Luzern, 1949, 20 f.
– H. Marti, «Vor hundert Jahren: Bahnbau zwischen A. und Ebersecken», in Heimatkunde des Wiggertales 33-35, 1975-1977

Autorin/Autor: August Bickel

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Montag, 21. Mai 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Ohmstal

Polit. Gem. LU, Amt Willisau, auf der linken Seite des unteren Lutherntals gelegen. Um 1150 Omistal, 15.-17. Jh. auch Amanstal. 1798 233 Einw.; 1850 416; 1900 283; 1950 297; 2000 317. Die Gem. O. entstand 1819 aus dem im Hügelgebiet gelegenen, um 1803 entstandenen Steuerbrief O. - laut Tradition des 17. Jh. ein ehem. Meierhof, später Einzelhofgebiet - und der in der Luthernebene im Twing Ettiswil gelegenen Vogtei der Siedlung Niederwil. Sie wurde bis ins 20. Jh. auch O.-Niederwil genannt. Bis mindestens zur Einhegung 1606 kannte O. Twing- und Zelgenverfassung. Um 1150 besass das Kloster Muri hier Güter. Zehnt und einige Güter von O. gehörten um 1330 dem Kloster Einsiedeln. Die Höfe von O. teilten ab dem SpätMA die Handwechsel von Zell und eines Teils von Schötz. Sie gelangten Ende des 13. Jh. an die Herren von Büttikon, 1421 an Luzern, ab 1424 an die Herbort, um 1600 an Ulrich Heinserlin, 1628 an Ludwig Schumacher und 1664 an die Herrschaft Wyher. Als gerichtlose Höfe unterstanden sie dem Stadtgericht Willisau, 1798-1803 der Munizipalität Schötz. Niederwil bildete ca. 1303-1798 einen Teil der Herrschaft Kasteln. Kirchlich gehörte O. bis 1866 zur Pfarrei Ettiswil, seither zu Schötz, einzelne Höfe zu Gettnau und Zell. In der seit jeher landwirtschaftlich geprägten Gem. besteht seit 1967 eine Mastkükenbrüterei in Niederwil. 1841-83 lebten Eremiten in der Einsiedelei ob Niederwil und 1903-14 war ein Kurhaus in Betrieb.

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 162
– J. Zihlmann, «Ohmstaler Hof- und Flurnamen», in Heimatkunde des Wiggertales 32, 1974, 9-27
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Grosswangen

Polit. Gem. LU, Amt Sursee, gelegen im unteren Rottal und bestehend aus Innerdorf, Oberdorf, Roth, Sigerswil und Stettenbach. 893 Wanga. 1745 1'540 Einw.; 1810 1'842; 1850 2'724; 1900 2'035; 1950 2'436; 1970 2'213; 2000 2'713. Das Gebiet von G. ist vermutlich seit der Jungsteinzeit besiedelt. Römerzeitl. Siedlungsspuren aus dem 1. Jh. n.Chr. fanden sich in Oberroth. Im Innerdorf wurde eine alemann. Grabstätte aus dem 7. Jh. n.Chr. freigelegt. Vermutlich im 12. Jh. kam das Gut Wangen in den Besitz der Frh. von Wolhusen. Deren älterer Zweig zog sich vor 1300 auf die Burg G. (1277 castrum Wangen, heute Burghügel) als Herrschaftszentrum auch für Grossdietwil zurück. Im 14. Jh. wurde G. habsburg. Lehen. Im 15. Jh. kam es an Luzern und gehörte bis 1798 zur luzern. Landvogtei Ruswil. Als Pfarrei ist G. seit dem frühen 14. Jh. bezeugt. Die erste, Bf. Konrad von Konstanz geweihte Kirche wurde vermutlich von den Frh. von Wolhusen gestiftet. Vor 1400 gelangte das Kirchenpatronat mit dem Kanzelgericht von den Frh. von Wolhusen an die Fam. von Lütishofen. 1478 ging die Pfarrei an das Stift Beromünster. Am Auffahrtstag findet eine regional bekannte Wallfahrt zur St.-Antonius-Kapelle in Stettenbach statt.

Siedlungsgeografisch liegt G. in einer Übergangszone: Das tiefer gelegene, flachere Gemeindegebiet, der sog. Twing Wangen, kannte bis ins 18. Jh. hauptsächlich die dörflich organisierte Dreizelgenwirtschaft, der höher gelegene Teil der sog. 14 äusseren Höfe gehörte zur von Einzelhöfen geprägten Feldgraswirtschaftszone. Gesellschaftlich und politisch wurde G. über den Zusammenbruch des Ancien Régime hinaus von wenigen Grossbauernfamilien dominiert. In bescheidenem Ausmass boten sich bis in die Mitte des 19. Jh. alternative Erwerbsmöglichkeiten in der textilen Heimindustrie. Die Landwirtschaft prägt G. bis heute. Der Schweinemast kommt eine überdurchschnittl. Bedeutung zu. 2000 war etwa ein Fünftel der in der Gem. Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Seit den 1980er Jahren steht G. im Sog der Stadt Luzern, was mit einem Wohnungsbauboom verbunden ist.

Literatur
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– W. Frey et al., G., 1993

Autorin/Autor: Walter Frey

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Donnerstag, 10. Mai 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Ettiswil

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. Südlich des ehem. Seegebiets Wauwilermoos gelegen. Evtl. schon im Zeitraum 1070-90 erw., zwischen 1217 und 1222 Ettiswile. Um 1695 (ohne Berghöfe) ca. 450 Einw.; 1798 622; 1850 1'015; 1900 707; 1950 920; 1970 1'062; 1990 1'509; 2000 1'735. Um 1070/90 vergabte Frh. Seliger von Wolhusen dem Kloster Einsiedeln Besitz zu E., wozu vermutlich auch der Kirchensatz mit dem Meierhof und die Mühle gehörte (1350 inkorporiert; 1963 von der Kirchgemeinde erworben). Die Dotation der Pfarrkirche und das Dorf E. gehörten dem Twingherrn. Das waren bis 1305 die Frh. von Wediswil, die hier, wohl als Erben der Wolhusen, einen Herrschaftsschwerpunkt besassen, 1305-26 das Kloster St. Urban, danach die Herren von Winterberg, welche E. vor 1367 den Herren von Luternau überliessen. Der Einsiedler Meierhof wurde von den Habsburgern als klösterl. Kastvögten (ab 1285) den Herren von Trostberg, ab 1357 den Herren von Luternau verliehen. Diese vereinten Twing und Meierhof E. nach 1367 mit ihrer Herrschaft Kasteln. Als Mitgift kam die Hälfte der Twingrechte in E. 1385 an die Businger. Danach teilten sich die Herren von Kasteln und Wyher die Twingherrschaft; 1664 erwarben die Pfyffer von Wyher die Kasteler Hälfte. Bis zur Helvetik gehörte E. hochgerichtlich zum Amt Willisau, twinggerichtlich zur Herrschaft Kasteln. 1803 kam es zum Distrikt Willisau. 1803-14 war E. Hauptort eines Gemeindegerichtsbezirks, danach Teil des Bezirksgerichts Willisau.

Die Pfarrei E. umfasste auch die Dörfer Alberswil mit Kasteln, Burgrain, Gettnau (Letzteres ab 1939 selbstständige Pfarrei), Ohmstal, Briseck; in der Pfarrei Altishofen versah E. offenbar im SpätMA die Kapelle Dagmersellen und betreute Schötz. 1807/08 wurde der Pfarrei E. Schötz (ab 1866 selbstständig) zugeteilt, ebenso Zuswil, Kottwil, Seewagen. 1967 liessen sich Missionsbenediktinerinnen von Tutzing (Bayern) in der Gemeinde nieder. 1970-96 war E. Sitz der Synodalverwaltung der kath. Landeskirche Luzern. Die Maria und Stefan geweihte Pfarrkirche erhielt um 1650 einen neuen Chor und wurde 1769-71 als bedeutender Barockbau erneuert. Nach einem Wunderereignis um einen Hostienraub (1447) wurde mit Unterstützung Luzerns 1450-52 die Sakramentskapelle errichtet und mit einem Legendenzyklus ausgemalt. Gleichzeitig entstand eine Wallfahrt von eidg. Bedeutung. 1457 überliess Einsiedeln die Kapellenkollatur Luzern; die Pflegschaft nahmen Räte von Willisau wahr.

In E. wird schon 1262 eine Herberge, 1286 eine Mühle erwähnt. Vor 1326 wurde E. Marktort, mit vier Jahrmärkten im 18. Jh. Die Landwirtschaft war in Form des Dreizelgensystems organisiert. Seit der Landwirtschaftskrise der 1870er und 80er Jahre dominieren Milch- und Viehwirtschaft, Schweinezucht und Obstbau. 1827 wurde eine Flechtschule für Kinder eröffnet, um 1825-28 realisierte der Arzt Peter Richli eine Taubstummenanstalt. In der 2. Hälfte des 20. Jh. etablierten sich einige industrielle Produktionsbetriebe. Dank immer noch starkem Primärsektor (2000 43 Landwirtschaftsbetriebe) ist die Beschäftigungsstruktur relativ ausgeglichen. Der 1. Sektor stellte 2000 rund ein Achtel, der 2. etwas mehr als ein Viertel, der 3. fast die Hälfte der Arbeitsplätze in E. Seit 1980 steht der Ortskern unter Schutz.

Das südlich von E. gelegene Schloss Wyher, ein Einsiedler Lehen, wurde 1304 als Sitz der Frh. von Wediswil erstmals erwähnt (zem Wiger, später Wyherhaus: das Schloss war von einem Teich umgeben). Es kam vor 1340 an die Herren von Luternau, 1385 an die Businger, 1455 an die Bircher, gegen Ende des 15. Jh. an die Feer, Herren von Kasteln. Petermann Feer baute es um 1510 zum spätgot. Landschloss aus. Nachdem es 1588 von Ludwig Pfyffer von Altishofen erworben worden war, wurde es zum Stammsitz der Linie Pfyffer von Wyher. 1837-1964 befand sich das Schloss im Besitz der Bauernfamilie Hüsler. Nach einem Brand übernahm es 1964 der Kanton. 1981-83 Aussen-, 1992-96 Innenrenovation und Wiederherstellung des Wassergrabens. Seit 1996 befindet sich im Nebengebäude des Schlosses die Sammlung Josef Zihlmann, welche hauptsächlich religiöse Volkskunst aus dem Kt. Luzern umfasst.

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 64-98
– F. Glauser, «Über Luzerns Beziehungen zur Ettiswiler Sakramentskapelle 1450-1456», in Heimatkunde des Wiggertales 32, 1974, 55-62
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– A. Bickel, Willisau, 2 Bde., 1982
– B. Bieri, A. Häfliger, Schloss Wyher, 2001

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Gettnau

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. Am Eingang ins Lutherntal, der Verbindung von Willisau in den Kt. Bern. Ende 9. Jh. Kepinhouva. Um 1695 ca. 350 Einw.; 1798 459; 1850 671; 1900 604; 1950 772; 2000 990. Frühe Befestigungsanlagen sind die ehem. Erd-Holz-Burgen Stattägertli und Hasenmättli (wohl aus dem frühen HochMA). Im 13. Jh. verfügte das Kloster Muri über grösseren Grundbesitz. Die hohe und niedere Gerichtsbarkeit hatten die Habsburger als Klostervögte inne, nach 1407 die Stadt Luzern, vertreten durch die Stadt Willisau. G. gehörte zu den Pfarreien Ettiswil und Zell und besass eine um 1453 von der Gem. erbaute Kapelle. 1932-33 wurde die Pfarrkirche errichtet, 1937 die Pfarrei konstituiert. Das Dorf lag im Gebiet der Dreizelgenwirtschaft. 1606 wurde ein Grossteil des Zelgenlandes eingehegt. 1895 erhielt G. Anschluss an die Bahnlinie Huttwil-Wolhusen. Eine 1859 errichtete Ziegelhütte wurde 1893-94 von Fritz Egger zur Fabrik ausgebaut (heute Teil der AG Ziegelwerke Horw-Gettnau-Muri, AGZ). In G. besteht eine Kiesgrube sowie eine grosse Emmentaler-Käserei. Die Beschäftigungsstruktur ist immer noch vom Primär- und Sekundärsektor geprägt (mit über einem Fünftel bzw. der Hälfte im Jahr 2000).

Literatur
– J. Zihlmann, Die Hof- und Flurnamen der Gem. G., 1968
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996, 243

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Freitag, 27. April 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Rothrist

Polit. Gem. AG, Bez. Zofingen, die bis 1890 Niederwil hiess. Streusiedlung mit Weilern im Aarebogen westlich der Zuflüsse von Pfaffnern und Wigger und grossem Waldgebiet, dem Langholz, im Süden des Gemeindeterritoriums. 1262/63 Rotris. 1653 ca. 600 Einw.; 1764 1121; 1850 2'620; 1900 2'846; 1950 4'219; 2000 6'869. Alemann. Siedlung. Die Herrschaftsrechte lagen bis 1299 bei den Gf. von Frohburg, danach bei den Habsburgern und 1415-1798 bei Bern. R. zählte unter Habsburg und Bern zum Gerichtsbez. Aarburg, 1798-1802 gehörte es zum Kt. Bern, 1803 kam es zum aarg. Bezirk Zofingen. R. war vom MA an nach Zofingen kirchgenössig; 1667-1714 unterstand es dem Chorgericht Oftringen. 1714 wurde die Kirchgem. R. eingerichtet und die ref. Kirche erbaut, 1971 die kath. Kirche.

Im 18. Jh. prägten Landwirtschaft und Heimweberei die Wirtschaft in R. Entlang der Wasserläufe im untersten Pfaffnern- und Wiggertal existierten ab dem 19. Jh. kleinere Gewerbebetriebe. Wegen der Wirtschaftskrise zwang die Gem. 1855 300 Personen zur Auswanderung nach Amerika. Nach dem Anschluss an die Eisenbahnlinie Olten-Bern 1857 entstand an der westl. Gemeindegrenze 1862 die erste grosse Fabrik, eine Spinnerei, welche die Wasserkraft des Rotkanals nutzte. Ein starker Industrialisierungsschub setzte erst nach 1930 ein; die Getränkefirma Rivella wurde 1952 gegründet. Dank dem Autobahnanschluss siedelten sich ab den 1970er Jahren weitere Betriebe an, welche zusammen mit der Industrie grosse Flächen entlang der Ost-West-Verkehrsachsen belegen (u.a. bis 2008 das Verteilzentrum der Autofirma Ford). Die Zahl der Arbeitsplätze in der Gem. stieg von 1'429 im Jahr 1950 auf 3'952 im Jahr 2005. In diesem Jahr stellte der 2. Sektor gut 44%, der 3. 54% der Arbeitsplätze in R. 1706 errichtete die Gem. das erste Schulhaus auf dem Hölzli, 1917 erfolgte die Eröffnung der Bezirksschule. Das Heimatmuseum besteht seit 1970.


Literatur
– G. Boner, R. Oehler, R., mein Dorf, 1959

Autorin/Autor: Christian Lüthi

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Dagmersellen

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. Strassendorf im unteren Wiggertal an der Durchgangsroute Luzern-Basel. 1070/90 Tagmarsellen, 1173 Tagemarsseildon. Um 1695 ca. 1'050 Einw.; 1798 1'281; 1850 2'005; 1900 1'761; 1950 2'019; 2000 3'311. Im Lerchensand stand im 1.-3. Jh. ein röm. Gutshof, auf dem Gäitschiflüeli fanden sich Reste einer frühma. Holzburg. Um 1070-90 vergabte Seliger (von Wolhusen?) D. an das Kloster Einsiedeln. Bis 1798 war D. ein Dinghof (Gerichtsstätte) für die Einsiedler Eigenleute und Güter zwischen Reuss und Aare. Die Vogtei, die in das hohe Gericht des Amts Willisau eingebunden war, wurde von den Einsiedler Kastvögten verliehen. Um 1283-1376/83 gehörte D. den Herren von Trostberg, die dort eine kleine Burg bewohnten (um 1385 zerstört). Das Lehen bestand aus Twing, Bann und Vogtei in D., Egolzwil und Wauwil. Danach gelangte es in zwei Teilen über Anna von Teitingen und Peter Ottimann von Zofingen 1450 bzw. über die Herren von Liebegg, die Rust von Wolhusen, die Herren von Luternau 1515 an die Stadt Luzern. 1678 kaufte das Kloster St. Urban die Oberlehensherrschaft, musste sie jedoch 1679 Luzern überlassen.

Die 1271 und 1275 belegte Pfarrkirche (Patrone Blasius und Laurentius) versorgte die Einsiedler Eigenleute. Später (evtl. vor 1346) wurde D. Altishofer Filiale und konnte erst 1813 wieder als Pfarrei konstituiert werden (Kollatur der Gem.). Im SpätMA wurde D. von Ettiswil aus pastoriert. 1819-21 wurde anstelle der alten, um 1520 erneuerten Lorenzenkapelle eine neue Pfarrkirche errichtet. 1919 entstand eine evang.-ref. Gem., die 1926 eine eigene, von Armin Meili erbaute Kirche erhielt.

Im Dreizelgendorf D. wurde 1602 ein grosser Teil des Zelgenlands zu wechselwirtschaftlich genutzten Wässerwiesen eingeschlagen, was zu einer Wertsteigerung des Landes führte. Die 1331 erw. Einsiedler Twingmühle existiert noch heute. Dank der guten Verkehrslage beteiligte sich D. früh am Fernhandel (um 1500 Viehhandel nach Oberitalien) und am Fuhrhaltergewerbe. 1446 gab es bereits mehrere Tavernen, wobei das Rössli Einsiedler Gerichtssitz war. 1456 wird ein Gerber erwähnt. Evtl. bereits im 17. Jh., sicher ab dem 18. Jh. hatte D. einen eigenen Schulmeister. Ab 1631 war D. Sitz der Schmiedebruderschaft des "unteren Gäus". Ab 1742 fanden versch. Märkte (u.a. Viehmarkt) statt. In der Frühneuzeit verfügte D. über einen hohen Anteil an Kleinbauern und Handwerkern, im 18. Jh. kam die textile Heimindustrie auf. Im Lauf des 19. Jh. orientierte sich D. vermehrt nach dem seit 1855 durch die Centralbahn erreichbaren Zofingen, was die Ansiedlung von Zofinger Produktionsbetrieben zur Folge hatte. 1857-84 wurde eine automatisierte Seidenbandweberei betrieben (um 1895 Umwandlung in eine Zwirnerei), um 1868 entstand eine Baumwollweberei, 1888-1904 lief in D. die erste schweiz. Reisschälerei, ca. 1916-58 war eine Wollweberei in Betrieb. Dazu kamen Metall- und Maschinenfabriken. 1971 liess sich die R.J. Reynolds Tobacco AG in D. nieder. Nach dem 2. Weltkrieg etablierten sich weitere Industrien in den Bereichen Kunststoff, Aluminium, Möbel, Glasrecycling und Gasvertrieb, u.a. wegen dem projektierten Autobahnanschluss an die A2 (1980).


Literatur
– A. Felber, 900 Jahre D., 1976
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– H. Wicki, Bevölkerung und Wirtschaft des Kt. Luzern im 18. Jh., 1979
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Dienstag, 17. April 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Kottwil

Ehem. polit. Gem. LU, Amt Willisau, die seit 2006 einen Teil der Gem. Ettiswil bildet. Sie liegt am Südrand des Wauwilermooses an der alten Verbindung von Sursee nach Ettiswil und umfasste die Weiler Seewagen und Zuswil. 1173 Chotwile. 1798 271 Einw.; 1850 472; 1900 418; 1950 476; 2000 386. In K. stiess man auf Siedlungsfunde ab der Mittelsteinzeit. Auf dem Chidli befand sich ein röm. Gutshof (Silberfunde aus dem 3. Jh.). Ferner wurde ein alemann. Gräberfeld und auf dem Gütsch ein Erdwerk (bewehrte Anlage) entdeckt. Ca. 1306-1481 gehörte die Vogtei K. zur Herrschaft Kasteln bei Alberswil (in den Händen der Fam. Feer) und gelangte irgendwann an die 1611-1798 als Twingherren fassbaren Schnyder von Sursee. K. (mit Seewagen) und Zuswil bildeten je eine Twinggemeinde und in beiden Dörfern sind für die Frühneuzeit Tavernen belegt (so im Zuswiler Hochstudhaus von 1562). Es wurde Dreifelderwirtschaft betrieben (in K. Wirtschaftsgenossenschaft von vier Höfen) und durch Drainage des ehem. Wauwilersees ständig Land gewonnen. Die Blutgerichts- bzw. die spätere Amtsgrenze Ruswil-Willisau folgte der Landstrasse und lief damit mitten durch das Dorf K.; Zuswil befand sich bis 1798 im Amt Ruswil. In der Helvetik wurden die Gem. K. und Zuswil dem Steuerbrief Grosswangen zugeteilt und 1812 bzw. 1819 zur Gem. vereinigt. Ab 1798 gehörte K. zum Distrikt, seit 1803 zum Amt Willisau. 1803-14 unterstand K. dem Bezirksgericht Ettiswil, 1814-1913 dem Bezirksgericht Willisau. Bis 1807 war K. kirchgenössig nach Sursee, dann nach Ettiswil. Die sog. Siebenschläferkapelle besitzt einen Freskenzyklus von ca. 1620. Mit Seewagen gehört einer der schönsten Weiler des Kantons zum noch heute landwirtschaftlich geprägten Bauerndorf K.

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 123
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– A. Meyer, «Denkmalpflege im Kt. Luzern», in JHGL 9, 1991, 77-135, v.a. 82-91
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996, 244

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Oftringen

Polit. Gem. AG, Bez. Zofingen. Dorf in der östl. Ebene des unteren Wiggertals mit Höfen und Weilern in den Seitentälern. Im nördlichsten Zipfel der Gem. steht die Burgruine Wartburg. 924 Ofteringa. 1653 ca. 480 Einw.; 1764 884; 1850 2'584; 1900 3'247; 1950 5'350; 1970 9'189; 2000 10'305. Mesolith. Funde, röm. Gutshof an der Kreuzstrasse, alemann. Streusiedlung. Im MA stand O. bis 1299 unter der Herrschaft der Gf. von Frohburg, danach der Habsburger. 1415-1798 gehörte die Gem. zum Amt Aarburg, 1667 entstand das Chorgericht. O. war nach Zofingen kirchgenössig, 1528 liess Bern die Reformation durchführen, 1920 bildete sich die Kirchgemeinde; 1933-34 wurde die eigene Kirche errichtet. 1663 baute die Gem. ein erstes Schulhaus, um 1740 ein zweites im Ortsteil Küngoldingen, 1969-70 folgte der Bau der Bezirksschule. Seit dem Ausbau der bern. Staatsstrassen im 18. Jh. kreuzen sich die Landstrassen Bern-Zürich und Basel-Luzern in O. Zudem liegt der Ort seit 1856 an der Bahnstrecke Olten-Luzern, der Bahnhof befindet sich auf Aarburger Gemeindegebiet. Die 1875-77 errichtete Nationalbahnstrecke Aarau-Zofingen umfasste ab 1914 eine Haltestelle in Küngoldingen. Im 18. Jh. breitete sich die Heimindustrie, deren Zentrum in Zofingen lag, nach O. aus. Der Siedlungsschwerpunkt der Gem. verschob sich in den Ortsteil Kreuzstrasse, wo sich versch. Gewerbebetriebe ansiedelten. 1825 setzte mit der Gründung einer Papierfabrik die Industrialisierung ein, entlang der Wasserläufe entstanden Textilbetriebe. Im 20. Jh. kamen Betriebe der Chemie- und Metallindustrie hinzu. 1920 arbeiteten 65% der Erwerbstätigen in Gewerbe und Industrie. Nach dem Bau des nationalen Autobahnkreuzes bei O. 1967 und 1980 siedelten sich mehrere Einkaufszentren und weitere Dienstleistungsbetriebe in der Gem. an. Die Zahl der Arbeitsplätze nahm 1950-90 von 1'430 auf 3'233 zu. Anfang des 21. Jh. stellte die Landwirtschaft nur noch knapp 4% der Arbeitsplätze, der Dienstleistungsbereich gut 60%. 1945-70 wuchs die Bevölkerung so stark, dass O. seit den 1970er Jahren bevölkerungsstärkste Gem. der Agglomeration Zofingen ist.


Literatur
– A. Hüssy, O., 1993

Autorin/Autor: Christian Lüthi

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Samstag, 7. April 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Menznau

Polit. Gem. LU, Amt Willisau, umfasst die drei Ortsteile M., Geiss und Menzberg. 1185 Menzenowa. Um 1695 ca. 650 Einw. (Geiss ca. 85); 1798 1'894; 1837 2'402; 1850 2'337; 1900 1'906; 1950 2'410; 1970 2'185; 2000 2'850.

Um 1100 gelangte der Meierhof M. von den Gf. von Fenis an das Benediktinerkloster St. Johannsen in Erlach; im 15. Jh. erscheint dieser mit Dinghofgericht. Kirche und Pfarrei wurden vermutlich von Rechtsvorgängern der ab dem frühen 13. Jh. hier herrschenden Frh. von Hasenburg als Abspaltung von Willisau begründet; einzelne Höfe blieben lange Willisauer Exklaven. Mit der Kirchenvogtei waren Niedergerichtsrechte verbunden. Um 1320 gelangte das Deutschordenshaus Hitzkirch in den Besitz der Burgstelle Kasteln oberhalb von M. Es erwarb vor 1347 Kirche, Twing und Bann von den Hasenburgern; als Twingherren setzte die Kommende später Luzerner Ratsherren ein. 1803 übernahm Luzern die Ordensrechte. Gewisse niedere Hoheitsrechte hatten auch die Wolhuser bzw. die Habsburger, welche die Hochgerichtsstruktur vereinheitlichten und M. dem Amt Wolhusen zuteilten.

Bis 1465 gehörte auch Hasle als Filialkirche zu M. 1810 trennte sich das Menznauer Napfgebiet als Pfarrei Menzberg ab. 1470-75 wurde die Johannes dem Täufer geweihte Kirche in M. umgebaut, 1628-35 und 1891 mit Übernahme der alten Ausstattung neu errichtet. Die ursprünglich kleine Gem. dehnte sich in der Helvetik auf das Gebiet der Pfarrei aus, zudem wurde ihr Geiss einverleibt. 1798-1803 war M. Teil des Distrikts Ruswil, 1803-14 des Amtes Entlebuch als eigener Gerichtsbezirk, 1814-30 des Amtes Sursee, danach des Amtes Willisau. Im MA wurde im Dorf M. vermutlich Dreizelgenwirtschaft betrieben; in der frühen Neuzeit gehörte es zum Einzugsgebiet der Ruswiler Landzünfte. 1711 wurde ein Schulhaus mit festbesoldetem Lehrer und Organisten erwähnt. Kaplan Josef Grüter gründete 1831-35 in M. eine Taubstummenschule, welche 1839 zur ersten kant. Anstalt erhoben wurde (1840 nach Werthenstein, 1847 nach Hohenrain verlegt). 1895 erhielt M. eine Station mit Anschluss an die Wolhusen-Huttwil-Bahn. Bemühungen des 1956 gegr. Industriekomitees und der Gem. um die Ansiedlung von Industrie führten mit der Gründung des Spanplattenwerks Kronospan 1966 zum Erfolg (2005 500 Mitarbeiter). Ein Zweigbetrieb der Calida AG bestand bis 1994. Von den in M. Beschäftigten arbeiteten um 2000 27% in der Landwirtschaft und 43% im 2. Sektor. Naturschutzgebiet in Tutensee.

Literatur
– M. Hunkeler, M. - Geiss - Menzberg, 1907 
– A. Bickel, Willisau, 2 Bde., 1982 
– X. Vogel, «M. auf der Suche nach einem Industriebetrieb», in Heimatkunde des Wiggertals 64, 2007, 104-133 

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Ebersecken

Ehem. Kloster und polit. Gem. LU, Amt Willisau. Ausgedehnte Gem. im Einzelhofgebiet des Willisauer Berglands mit kleinen Weilern. 1274 Eberseche, 1275 Ebersegge. Um 1695 ca. 150 Einw.; 1798 541; 1850 583; 1900 476; 1950 552; 1990 386; 2000 404. 1274 gehörten Kapelle und Kirchensatz Frh. Rudolf von Balm. Er stiftete hier 1274-75 mit Jakob von Fischbach, Bürger von Zofingen, ein Zisterzienserinnenkloster, das 1275 unter dem Namen Pura vallis (Luther Thal, belegt 1660) besiedelt und St. Urban unterstellt wurde. Der Gründungskonvent kam aus Rathausen. Er erhielt u.a. das Dorf E. sowie Güter und Fischweiher in Egolzwil und Langnau bei Reiden. Eine Kirchweihe fand 1277 statt, 1279 wird ein Brandschaden an der Kirche genannt, 1353 eine weitere Kirchweihe. Das Kloster, das Frauen aus dem niederen Adel und Stadtbürgerinnen aufnahm, wurde anfänglich von Äbtissinnen geleitet, im 16. Jh. von Priorinnen bzw. Meisterinnen, und dürfte immer klein gewesen sein. Um 1460 zerstreute sich der Konvent nach einem Brand vorübergehend, bis 1471 ein Prokurator von St. Urban die Leitung übernahm. Um 1535 unterstellte Luzern E. einem weltl. Pfleger. Im Zuge der Reform der Luzerner Frauenklöster wurde das Kloster E. zwischen 1588 und 1594 aufgehoben und die Schwestern nach Eschenbach (LU) und Rathausen überwiesen, während die kirchl. Rechte an Rathausen gingen. Die Konventgebäude wurden vermutlich um 1590 abgetragen. Nachdem die Klosterkirche 1662 umfangreich saniert worden war, wurde sie 1707 abgebrochen und auf Insistieren der Bauern durch eine pfründenlose Katharinenkapelle ersetzt (1731 geweiht, 1997-98 restauriert). Die 1940 abgetragene Ulrichskapelle (Bau 1777, Vorgängerbau belegt) ob E. wurde von Grossdietwil aus betreut.

E. unterstand der Schutzvogtei der jeweiligen Landesherren, ab 1407 Luzern, kirchlich den Pfarreien Altishofen, Grossdietwil, Zell, Schötz und Richenthal. Auf dem Klosterareal entstand 1817-18 das erste, um 1913 das zweite Schulhaus. Zu Beginn des 19. Jh. lag E. in der Feldgraswirtschaftszone mit Einzelhöfen, wo Vieh- und Milchwirtschaft betrieben wurde. Bis ins 19. Jh. bestand kein Gemeindegut. Noch heute ist die Gem. stark agrarisch geprägt (2000 gut die Hälfte der Arbeitsplätze im 1. Sektor). Ein Tunnel bei E. erinnert an ein gescheitertes Bahnprojekt der Centralbahn von Langenthal nach Wauwil (1874-75).


Archive
– StALU, KlosterA
Literatur
– H. Steinmann, Zur Schulhausweihe E., 1913 
– Kdm LU 5, 1959, 59-63 
– HS III/3, 597-607 
– J. Manser, «E.», in JHGL 16, 1998, 123 f. 
– H.-C. Steiner, «E.», in JHGL 17, 1999, 64-67 

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Montag, 19. März 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Buttisholz

Polit. Gem. LU, Amt Sursee, am östl. Rand des Rottals, u.a. mit den Siedlungen Luternau, Soppensee und St. Ottilien. 1036 Buttensulza. Um 1695 ca. 756 Einw.; 1798 1'187; 1850 1'860; 1900 1'394; 1950 1'643; 1990 2'449; 2000 2'680.

Prähist. Funde stammen aus der Mittelsteinzeit, ein eisenzeitl. Schmelzofen wurde am Soppensee entdeckt. Im 7./8. Jh. erfolgte die alemann. Besiedlung von B. und Luternau am Rand der feuchten Talsohle. Die Herrschaftsrechte, um 1036 wohl lenzburgisch, wurden um 1290 von den Frh. von Wolhusen an Habsburg verkauft; um 1306 gehörte B. zum habsburg. Amt Wolhusen. In Luternau und Soppensee befanden sich die Stammhöfe der gleichnamigen Dienstleutefamilien. Nach der Schlacht bei Sempach 1386 schlugen die Luzerner B. der Landvogtei Ruswil zu. Als Teil der Herrschaft Tannenfels verkauften die Herren von Sursee-Tannenfels 1348 den Twing B. an den Deutschorden. 1678 erwarben die von Sonnenberg den Herrschaftskomplex, aus dem sie vor 1779 den Twing B. den Pfyffer von Altishofen abtraten.

1036 vergabte Ulrich (I.) von Lenzburg einen Drittel des Kirchensatzes der Pfarrkirche St. Verena dem Stift Beromünster. 1277 besass das Stift die ganze Kollatur, trat sie aber 1303 an das Domstift Konstanz ab. Während des Einfalls der Gugler 1375 (Gefecht bei B.) brannte die Pfarrkirche ab. 1526 erwarb Jakob Feer die Kollaturrechte und -güter. Leopold Feer liess 1570-71 das sog. Schloss B. als aristokrat. Sommersitz erbauen. 1583 und erneut 1745-53 standen Neubauten der Pfarrkirche an (1914 verbreitert). 1757 erfolgte die Umwandlung in ein Familien-Fideikommiss, 1775 wurde die Herrschaft an die Pfyffer von Altishofen als "Fideikommiss Pfyffer-Feer" vererbt. Südöstlich von B. liegt die Wallfahrtskapelle St. Ottilien (1581 erw.), die 1669 von den Feer als kreuzförmiger Zentralbau gestaltet wurde (errichtet von Jost Melchior zur Gilgen). 1807-20 wurden die Pfarrei- und Gemeindegrenzen ausgedehnt und zusammengeführt. Der Dorfkern brannte 1861 nieder und wurde danach einheitlich neu gestaltet (Ortsbild von nationaler Bedeutung). Im MA und in der frühen Neuzeit lag B. am Rande des Dreizelgengebiets. 1789 und 1793 erfolgten Einschläge zur Melioration, welche die Umstellung auf Feldgraswirtschaft einleiteten. Die Ende des 19. Jh. aufkommende Braunviehhaltung wurde in der 2. Hälfte des 20. Jh. allmählich von der Schweinezucht verdrängt. Nach 1945 entwickelten sich auch der 2. und der 3. Sektor: Maschinen- und Pumpenbau, Holzverarbeitung, Bauunternehmen, Fahrradfabrik.

Archive
– StALU, Nachlass Pfyffer-Feer
Literatur
– Kdm LU 4, 1956, 180-195
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– B., 1986
– A. Meyer, «B.», in JHGL 5, 1987, 36 f.
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Luthern

Polit. Gem. LU, Amt Willisau, die das obere Tal der L. umfasst, der Talschaft im nördl. Napfgebiet auch den Namen gibt und neben dem Dorf L. aus Luthernbad, Hofstatt und Flühlen sowie Einzelhöfen besteht. 1275 Lutrun. Um 1695 ca. 600 Einw.; 1798 1'624; 1850 2'002; 1900 1'702; 1950 1'977; 2000 1'520.

Das Lutherntal mit dem an den Hof Schwarzenbach geknüpften Kirchensatz und der Burg Walsberg oder Waldsberg (heute Ruine) bildete eine Herrschaft. Hochgerichtsrechte als Teil des späteren Freiamtes Willisau besassen bis um 1172 die Lenzburger, bis 1407 die Habsburger; sie betrafen nur die freien Bauern und die habsburg. Eigenleute. 1278 war das Tal im Besitz der Emmentaler Frh. von Affoltern, ca. 1282-1414 der Herren von Hünenberg. 1413-14 trennte sich Götz von Hünenberg von L.: Twing und Bann sowie die Taverne gelangten über Uli Hügi und Hensli Bircher an Luzern (ohne Burg, Hochwald und Fischenzen), der Kirchensatz samt dem Hof Schwarzenbach an das Kloster Trub. In der Frühneuzeit zog die Stadt Willisau Niedergerichtskompetenzen an sich. 1803-14 bildete L. einen Gerichtsbezirk, gehörte danach zu Willisau, ab 1831 zu Zell.

Die Pfarrei ist 1275 erstmals belegt. Sie dehnte sich als jüngere Gründung auf Kosten der Pfarrei Willisau aus. Bei der Aufhebung von Trub übernahm Bern die Kollatur (Luzern designierte den Pfarrer), 1577-79 gelangte sie an das Kloster St. Urban, 1848 an den Kt. Luzern. In der Frühneuzeit verfügte die Pfarrei über reiche Pfründen. Um 1751-53 wurde die Pfarrkirche St. Ulrich von Jakob Singer und Johann Josef Purtschert neu gebaut. Mit den Pfrundbauten entstand ein Dorfbild von heute nationaler Bedeutung. Seit 1581 besteht der Bade- und Wallfahrtsort Luthernbad. Die dort 1583-84 errichtete und 1752 erneuerte Kapelle wurde 1954 durch einen Neubau ersetzt. Ab ca. 1769 befand sich dort auch ein Bruderhaus und 1845-46 wurde das klösterl. Mutterhaus der Innerschweizer Eremitenkongregation errichtet (bis 1907), das 1934 bis ca. 1970 als Kinderheim diente.

Seit 1718 ist in L. ein Schulbetrieb belegt (seit 1815 Schulhaus in Hofstatt, seit 1859 in Luthernbad, seit 1906 im Älbachtal). Das Lutherntal ist ein typ. Einzelhofgebiet mit Grossviehhaltung und Alpwirtschaft. Die Alpen wurden bis in die Neuzeit häufig von Berner Sennen betrieben und erworben. Ein Zelgsystem ist nicht nachweisbar. Waldübernutzung führte v.a. im 19. Jh. zu Hochwasserschäden, weshalb ab Ende des 19. Jh. der gezielte Aufbau von Staatswäldern erfolgte. Bereits vor 1570 existierte eine Gerberei und im 18. Jh. wurde auf der Basis lokaler Verleger die Baumwollweberei eingeführt. 1765-1848 bestand eine Zollstelle (erst in L., später in Hofstatt und Älbach). Neben dem Holzgewerbe ist die marginale Goldausbeutung in der L. zu erwähnen. 1918-77 war die Transportfirma Galliker in L. (heute in Altishofen). Nach 1950 setzte eine bedeutende Abwanderung ein. Im Gebiet Bodenänzi führt die Armee einen Schiessplatz.

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 128-140
– H. Wicki, Bevölkerung und Wirtschaft des Kt. Luzern im 18. Jh., 1979
– A. Bickel, Willisau, 2 Bde., 1982
– H. Wicki, Staat, Kirche, Religiosität, 1990

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Montag, 27. Februar 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Altishofen

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. Im Wiggertal gelegen, bestehend aus Dorf A. und Weiler Eichbühl. 1184/90 Alteloshovin, 1190 Alteloshoven. Um 1695 72 Steuerpflichtige (ca. 430 Einw.); 1798 579 Einw.; 1850 892; ; 1900 710; 1950 818; 2000 1'279. Spuren eines röm. Gutshofes im Gebiet Fuchshalden-Rumi. Auf eine Kirchengründung in der Mitte des 7. Jh. deuten beigabeführende alemann. Gräber, die 1988-89 bei der Kirchenrenovation entdeckt wurden. Über die ma. Burgstelle auf einem Sporn oberhalb des Dorfes ist nichts Näheres bekannt. A. gehörte mit dem Kirchensatz im 12. Jh. verm. noch den Frh. von Altbüron, als deren Erben seit der Mitte des 13. Jh. die Frh. von Balm erscheinen. Rudolf von Balm war am Königsmord von 1308 beteiligt. Sein Allod fiel ans Reich und wurde Gf. Otto von Strassberg zu Lehen gegeben, welcher 1312 die südl. der Aare gelegenen Teile dem Deutschritterorden verkaufte. Dieser unterstellte die Herrschaft A. (fortan bestehend aus A. mit dem Kirchensatz sowie Altbüron) seiner Kommende Hitzkirch. Hochgerichtl. gehörte die Herrschaft A. zur österr. Grafschaft Willisau, die 1407 in den Besitz der Stadt Luzern gelangte. 1571 verkaufte der Dt. Orden die Herrschaft A. dem Luzerner Schultheissen Ludwig Pfyffer, der neben der Kirche ein Schloss als Landsitz erbaute und sich nach A. benannte. A. blieb bis 1839 Familienfideikommiss (Majorat) der Pfyffer von A. Das Schloss ging 1862 in den Besitz der Bürgergem. A. über und beherbergt heute die Gemeindeverwaltung und das Amtsstatthalteramt Willisau. Die Kirche A. (Patrozinium St. Martin) war Zentrum einer Grosspfarrei, welche auch die Dörfer Dagmersellen (zeitweise selbständig), Buchs (LU), Wauwil, Egolzwil, Nebikon, Schötz, Ebersecken und Aesch (LU) umfasste. Das Kollaturrecht verkauften die Pfyffer von A. 1858 dem luzern. Staat, der es 1957 der Kirchgem. A. überliess. Versch. Einrichtungen belegen die Bedeutung des Herrschaftszentrums A. im 17. und 18. Jh.: Zur Kirche gehörten eine Kaplanei und eine Schulpfründe, an ehaftem Gewerbe werden Mühle, Taverne, Bad, Metzgbank, Färberei, Gerberei, Schmiede und Ziegelhütte erw. Trotz Anfängen der Industrialisierung im 19. Jh. (Wollspinnerei) wuchs A. erst seit den 1970er und 80er (naher Anschluss an die A2, Ansiedlung von Transportgewerbe). 73% der in A. Erwerbstätigen sind im 3. Sektor beschäftigt (1990). Der Brauch der Umrittsprozession (heute jeweils am Auffahrtstag) wird bereits im 16. Jh. erwähnt.

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 22-47
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, 124 f.
– A. 1190-1990, 1990

Autorin/Autor: August Bickel

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Reiden

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. R. umfasst den Weiler Reidermoos und fusionierte 2006 mit Langnau bei Reiden und Richenthal zur neuen Gem. R. 1168 Reiden. 1456 ca. 230 Einw.; um 1695 ca. 950; 1798 1'115; 1850 1'685; 1888 1'437; 1900 1'670; 1950 2'506; 2000 4'090. Reste einer Holz- und Erdburg bei Sertel und einer im 13.-14. Jh. belegten Ausbausiedlung mit eigenem Twing im Äbnet. R. war eine nur 1238-39 erwähnte habsburg. Zollstation, die 1612 von Luzern neu errichtet wurde. 1407 gelangte R. mit der Grafschaft Willisau an Luzern, das im SpätMA sukzessive die Aufsicht über die Kommende übernahm. Eine Hälfte des Twings R. gehörte der Johanniterkommende, die andere den Herren von Büttikon bzw. ab 1421 Luzern. 1803-1913 war R. Sitz des Bezirksgerichts. Die 1173 erw. Pfarrkirche St. Bartholomäus, auch untere Kirche genannt, wurde 1644-62 umgebaut und 1793-95 neu errichtet. Die obere Kirche war die Ordenskirche. Zur Pfarrei gehörte neben R. und Wikon bis 1972 auch Mehlsecken und ein Teil von Langnau. Die ref. Kirchgemeinde mit der Kirche von 1937 wurde 1918 eingerichtet. Im 13. Jh. wird eine Mühle erwähnt, 1233 eine Schmiede und 1391 ein Wirtshaus. 1636 wird ein Schulmeister genannt und seit 1798 bestehen zwei Schulgemeinden. Um 1700 ist die Mühle Unterwasser die wohlhabendste Luzerns. 1856 erfolgte der Anschluss an die Schweiz. Centralbahn, 1981 an die A2. Die Verkehrslage begünstigte die Entwicklung zum Industrie- und Gewerbestandort mit zwei Textilverlegern im 19. Jh., der Spinnerei/Zwirnerei Lang & Co. seit 1867, Maschinenfabriken nach 1900 sowie einer Schuhfabrik 1947-85. In den 1970er und 80er Jahren siedelten sich spezialisierte Betriebe für Maschinen, Zubehör und Verpackungen an. Seit 1991 existiert in R. ein gewerbl. Schulungszentrum für Fotografie. 2000 arbeiteten 64% der Erwerbstätigen von R. auswärts, v.a. in Zofingen. Der 2. Sektor stellte 2005 etwa 46% der Arbeitsplätze.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz


Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 180-195
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977, v.a. 162 f.
– J. Grossmann, Chronik der Pfarrei und Kommende R., 1980
– A. Bickel, Willisau, 1982


Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Montag, 13. Februar 2012

Fotogalerie: Winterzauber bei minus 13° C beim Napf

Aufnahmen und Beschriftung: Peter Helfenstein, Hergiswil
Bearbeitung: Patrick Kurmann, Willisau





























Montag, 6. Februar 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Richenthal

Ehem. polit. Gem. LU, Amt Willisau, die 2006 mit Reiden und Langnau bei Reiden zur Gem. Reiden fusionierte. In Nebental des Wiggertals gelegene lang gezogene Siedlung mit dem Weiler Hueb und Einzelhöfen im Hügelgebiet. 1036 Richentale (Kopie des 14. Jh.), 1173 ecclesia richendal. 1695 ca. 340 Einw.; 1798 396; 1850 513; 1900 484; 1950 581; 2000 662. R. gehörte mit Langnau bei Reiden und Mehlsecken grundherrschaftlich zum Langnauer Viertel des Chorherrenstifts Beromünster. Die Kirche (Patrozinium Caecilia) wurde dem Stift vor 1036 von den Lenzburgern geschenkt, 1346 inkorporiert. 1803-07 Neubau der Kirche, 1951 und 1973 Renovation, 2007 Orgelneubau. Die Pfarrei R. umfasste bis zur Entstehung der Pfarrei Langnau 1948 auch den oberen Teil des Dorfes Langnau. Politisch war R. bis 1845 Teil des Steuerbriefs Langnau, ab 1846 selbstständige Gemeinde. 1899 Eröffnung der Kneippkuranstalt Blum (heute Park-Hotel R.). 1922 Huebbachkorrektion. R. ist kein aus Flurzwang entstandenes Dorf, sondern entwickelte erst in jüngster Zeit durch Zusammenwachsen der verschiedenen Siedlungsteile strassendorfähnl. Züge. Rückläufige, aber immer noch starke Rolle der Landwirtschaft (2005 51% der Beschäftigten im 1. Sektor) bei einer steigenden Anzahl Wegpendler.

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 196-202 
– M. Huber, Langnau im Wiggertal, 1996 

Autorin/Autor: Max Huber

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Schötz

Polit. Gem. LU, Amt Willisau, im oberen Wiggertal am Westrand des Wauwilermooses gelegen. Die Gem. besteht aus den Dörfern Ober- und Niederschötz, den Weilern Hostris, Mösli, A de Lutere, Wellbrig und Gläng sowie Einzelhöfen. 1184 Scothis. Um 1695 ca. 625 Einw.; 1798 971; 1850 1'462; 1900 1'121; 1950 1'717; 1970 2'351; 2000 3'065.

Im Wauwilermoos wurden Siedlungsreste aus dem Spätmesolithikum (7000-5500 v.Chr.), der Cortaillod- (4200-3500 v.Chr.) und Glockenbecherkultur (2400-2200 v.Chr.), der Spätbronze- (1350-800 v.Chr.) und Hallstattzeit (800-475 v.Chr.) gefunden. Das Kloster St. Urban erwarb ab 1226 bedeutende Güter und Rechte in S. Wichtigster Zehntherr war noch um 1330 das Kloster Einsiedeln. Um 1300 hatten die Hzg. von Habsburg hier nur das Frevelgericht inne. Ein Teil der Twingrechte gehörte vermutlich zur Feste Kasteln (Gem. Alberswil) und kam über die Herren von Affoltern sowie andere Besitzer an die Gf. von Aarberg-Valangin. Der andere Teil der Twingrechte - wohl mit der oberen Kapelle - ging vermutlich von den Frh. von Wädenswil Ende des 13. Jh. erbweise an die Herren von Büttikon. Die Stadt Luzern erwarb 1407 und 1421 beide Teile der Twingrechte und verkaufte den einen 1424 an Henzmann Herbort. Ab dem 15. Jh. erscheint ein Teil des Twings als Pertinenz der Herrschaft Kasteln. Mit dem Kauf der Herrschaft Kasteln vereinigte die Fam. Pfyffer von Wyher 1664 den Twing in einer Hand.

Pfarreilich geteilt mit zwei grundherrl. Kapellen, gehörte Niederschötz zu Altishofen, Oberschötz zu Ettiswil: 1275 erscheint die untere Kapelle St. Johann Evangelist erstmals als ecclesia. Sie war vermutlich eine Stiftung der Gf. von Kyburg und Eigenkirche der Herrschaft Kasteln. Über versch. Hände ging sie 1427 mit dem Patronatsrecht Niederschötz an das Kloster St. Urban über, wurde im 16. Jh. ganz aufgelassen und dem Zerfall preisgegeben. Die obere Kapelle St. Stephan und Mauritius wurde über einem Grubenhaus des 9. oder 10. Jh. im 13. Jh. gebaut. Sie gelangte 1440 von Heinrich von Bubenberg an St. Urban und wurde um 1468 umgebaut. Der 1489 hier entdeckte ma. Friedhof mit den Gebeinen von vermeintl. Thebäern machte sie zum Wallfahrtsziel. 1660 ersetzte ein Neubau die Kapelle. Niederschötz kam 1808 ebenfalls zur Pfarrei Ettiswil. 1866 gründete S. mit Ohmstal eine eigene Pfarrei, der Hostris, Gläng sowie Ober und Under Wellbrig zugeteilt wurden. 1875-79 liess diese die Pfarrkirche St. Mauritius in S. errichten.

1346 stand die obere Dorfmühle, 1353 auch die niedere sog. Ronmühle in Betrieb. S. war ein Dreizelgendorf, Wässermatten existierten bis in die 1920er Jahre. Mehrere Steckhöfe wurden der Gem. erst im 19. Jh. zugeteilt, so z.B. der Hof Buttenberg, der unter Joseph Leonz Hunkeler im 18. Jh. als Musterhof Aufsehen erregte. Beschäftigung bot auch die Textilheimindustrie. Ab ca. 1820 wurde Torf gestochen. 1858 gewann S. dank der Entwässerung des Egolzwilersees neues Nutzland. Weil S. nicht an die Schweiz. Centralbahn angeschlossen war, siedelten sich Industrie und Gewerbe relativ spät an: Nach 1945 enstanden Betriebe der Metallbearbeitung, Maschinenfabrikation, Zementwarenherstellung, des Strassenbaus und 1963 ein Atelier der Ritex Kleiderfabrik Zofingen (bis 1997). 1960-70 wuchs die Gem. mit vielfältigem Gewerbe. 1963-64 bestand das Projekt einer Mittellandraffinerie auf dem Hostris. 2005 stellte der 2. Sektor noch 44% der Arbeitsplätze in S. Das 1937 in S. eröffnete Wiggertaler Museum zeigt v.a. Bodenfunde aus der Ur- und Frühgeschichte.

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Literatur
– C. Meyer, Schötzer Dorfgesch., 1972
– F. Glauser, J.J. Siegrist, Die Luzerner Pfarreien und Landvogteien, 1977
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996


Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Donnerstag, 26. Januar 2012

Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Aarburg

Polit. Gem. AG, Bez. Zofingen. Ma. Städtchen in der Aareklus zu Füssen der gleichnamigen Burg und Festung, vorgelagert eine seit dem MA bestehende, nie befestigte Vorstadt entlang der Aare sowie ausgedehnte Industriequartiere des 19. und 20. Jh. 1123 Areburc. Um 1400 ca. 180 Einw.; 1764 569; 1798 1'029; 1850 1'700; 1900 2'300; 1970 5'943; 2000 6'263.

Kelt. Münzfunde. In röm. Zeit führte eine Strasse von Olten in die Innerschweiz über A. (Münzdepot des 3. Jh.), später die Nord-Süd-Verbindung von Basel über Olten nach Luzern (seit 1856 auch per Bahn). Die Burg auf dem Felssporn über der Aareklus, die sich als Zoll- und Übersetzstelle anbot, wurde erstmals indirekt erw. mit der Nennung des frohburg. Gf. Adelbero von A. 1123. Die Frohburger verkauften die mit Dienstmannen (sog. Freie von A.) besetzte Burg und die zugehörige Herrschaft 1299 den Hzg. von Österreich. Von der Siedlung am Fuss der Burg ist in älteren Quellen nicht die Rede. Erst 1330 wird sie explizit als Stadt bezeichnet; zu spät, um -- wie früher angenommen -- eine frohburg. Gründung zu sein. Archäolog. Erkenntnisse stützen diese These; ein für die Stadtanlage wichtiger Bau wurde jüngst auf 1312 datiert. Hoch- und Niedergericht gehörten den Inhabern der Burg. Nur je 3-4 km von den blühenden frohburg. Kleinstädten Zofingen und Olten entfernt, blieb für A. nur ein enger Wirtschaftsraum. A. wuchs daher nicht über die Grösse eines Zwergstädtchens hinaus. Die Aareschifffahrt besass bis zum Aufkommen der Bahn um 1860 eine hohe wirtschaftl. Bedeutung (Höhepunkt 1600-1750). Der südl. des Städtchens gegen die Fliessrichtung der Aare einmündende Bach Tych verursacht am Aareknie einen kreisenden Strudel (sog. Waage), der einen natürl. Flusshafen bildet (Hafen 1361, Fahr 1431 erw.). Hier wurden v.a. Wein und Salz umgeschlagen und durchs Wiggertal ins Luzernische geführt. Das Holz der grossen Waldungen südl. der Aare wurde hier zu Flössen gebunden.

1415 nach kurzer Belagerung in bern. Besitz gebracht und ab 1416 als Landvogteisitz verwendet, wurde die Burg nach dem Bauern- und 1. Villmergerkrieg 1659-73 zur Festung umgebaut, die sich mit gestaffelten Werken über den ganzen Grat hinzog und bis ins 18. Jh. Erweiterungen erfuhr. Am 10.3.1798 wurde sie kampflos den Franzosen übergeben. Das als Kulturgut von nationaler Bedeutung eingestufte Bauwerk diente im 19. Jh. als kant. Zeug- und Zuchthaus und ist seit 1893 Heim für schwer erziehbare Jugendliche. Nach einem Stadtbrand 1840 wurde die keilförmig zwischen Burgfelsen und Fluss eingepasste Altstadt wiederaufgebaut, ohne die schmale Nordflanke mit den Hauptbefestigungen. Kirchl. zählte A. bis 1484 zur Grosspfarrei Zofingen und bildet seither ein eigenes Kirchspiel. Die 1840 ebenfalls eingeäscherte Kirche stand an der Stelle einer früheren Burgkapelle am Aufstieg zur Burg und wurde 1842-45 als neugot. Saalkirche mit Doppelturmfassade durch Johann Jakob Heimlicher neu errichtet. Seit dem 19. Jh. siedelten sich Industriebetriebe versch. Branchen an, anfängl. v.a. der Textilindustrie (erste Fabrik 1824), vermehrt wieder seit der Erstellung der Nationalstrassen A1 und A2, die sich 2 km südöstl. von A. verzweigen. A. ist stark industriell geprägt und weist seit 1950 etwa gleich viel Arbeitsplätze wie Erwerbstätige auf. 1920-80 betrug der Anteil der Arbeitsplätze in der Industrie stets zwischen 56% und 69%, 1990 noch 47% (1. Sektor 1%, 3. Sektor 52%). Eine Bezirksschule besteht seit 1836. A. gehört heute zur Agglomeration Olten und bildet gleichzeitig mit Rothrist, Oftringen und Zofingen einen eigenen Siedlungsschwerpunkt im untersten Wiggertal.

Literatur
– J. Bolliger, A., 1970
– P. Frey, «Der Kernbau der Alten Post in A.», in ArS 12, 1989, 78-85
– A. Bickel, Zofingen von der Urzeit bis ins MA, 1992, 476-480
– A. Hüssy et al., Festung A., 1994

Autorin/Autor: Andreas Steigmeier

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz

Dienstag, 17. Januar 2012

Fotogalerie: Vorstandssitzung im Schloss Wyher März 2011

Aufnahmen und Bearbeitung: Patrick Kurmann, Willisau






Geschichtliches Gemeinde-Portrait von Hergiswil

Polit. Gem. LU, Amt Willisau. H. umfasst das hintere Tal der Enziwigger im nördl. Napfgebiet und liegt in einer typ. Einzelhof-, Wechsel-, Alp- und Waldwirtschaftsregion. 1246 de Hergosswile. Um 1695 ca. 650 Einw.; 1798 223 (im alten Twing); 1816 2'021 (Dorf im Umfang der Pfarrei); 1850 2'487; 1900 1'940; 1950 2'130; 1980 1'780; 2000 1'809. Auf Salbüel befand sich vom Ende des 10. bis zur Mitte des 13. Jh. eine Erd-Holz-Burg. Um 1300 beanspruchte Habsburg die hohen und niederen Gerichte im Twing H. und in Wiggen. Siedlungen freier Leute wie z.B. Opfersei und Wissbühl gehörten zur oberen Burg Willisau. Ab 1407 stand H. unter Luzerner Herrschaft bzw. unter dem Stadtgericht von Willisau. 1605 konnte das bis anhin im Willisauer Sprengel integrierte H. eine Pfarrei bilden, die den Umfang des Twings weit übertraf. Sie bildete auch die Grundlage des späteren Steuerbriefs und der Gemeinde. Eine Kapelle besteht vermutlich seit dem 16. Jh. Die erste Kirche wurde 1603 geweiht (Kuratkaplanei ab 1602). Die zweite entstand 1840-42. Im 14. Jh. ist eine Mühle erwähnt und noch in der Frühneuzeit wurde viel Getreide angebaut. Im alten Twing H. bestand bis um 1598 Dreizelgenwirtschaft, und der Twingwald wurde erstmals im 16. Jh. aufgeteilt. Bis ins 19. Jh. betrieb man auch Flussgoldwäscherei. Industrie siedelte sich keine an. Im 20. Jh. gewann aber die Fleischproduktion, Mastschweine und Hühnerzucht, an Bedeutung. 2000 war fast die Hälfte der in H. Erwerbstätigen im 1. Sektor beschäftigt. Zu Beginn des 19. Jh. ereignete sich ein Dorfbrand. Im 19. Jh. befand sich bei der Bergkapelle St. Joder eine Einsiedelei, die der Waldbruder Michael Achermann von Malters, ein Bildhauer, bewohnte. Der Dorfkern wurde bis 1920 nach biedermeierl.-ital. Art gestaltet. 1956 baute die Gem. drei Schulhäuser, wobei das Schulhaus St. Joder 1971 wieder stillgelegt wurde.

Literatur
– Kdm LU 5, 1959, 115-122
– A. Bickel, Willisau, 1982
– J. Zihlmann, Namenlandschaft im Quellgebiet der Wigger, 1984
– W. Meyer, Pfostenbau und Grubenhaus, 1991
– A. Ineichen, Innovative Bauern, 1996

Autorin/Autor: Waltraud Hörsch

Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz