Häb Sorg zor Heimet
Einsatz für kulturelle Werte
Mit der jährlich stattfindenden Kartenaktion «Häb Sorg zur Heimet» möchte die Heimatvereinigung Wiggertal zum einen das Schaffen einheimischer Künstlerinnen und Künstler einer breiten Bevölkerung ausserhalb von Ausstellungen zeigen. Zum andern bildet sie die wichtigste Einnahmequelle für das breite Wirken der Heimatvereinigung. Diese setzt sich in vielfältiger Weise für die kulturellen Werte des Wiggertales und des Hinterlandes ein. Mit verschiedenen Aktionen und Projekten wie zum Beispiel der Förderung von heimatkundlichen Publikationen und der jährlichen Herausgabe der «Heimatkunde des Wiggertales» möchte sie Vergangenes ins Bewusstsein zurückrufen, Heimat ideell erhalten und sichtbar machen. Die Verantwortlichen der Heimatvereinigung Wiggertal freuen sich, wenn die Schülerinnen und Schüler mit ihren Karten an den Haustüren im Luzerner Hinterland und im Wiggertal gute Aufnahme finden.
Eine Karte kostet inklusive Kuvert und Schutzhülle 3 Franken.
Die Karten können auch direkt bei der folgenden Adresse bestellt werden:
Anita Moor
Haldenweg 13
4800 Zofingen
Tel. 062 751 67 68
E-Mail: a.moor12@bluewin.ch
Wir freuen uns über Ihre Bestellung, ist der Erlös der Kartenaktion für die Heimatvereinigung doch eine bedeutende Einnahmequelle zur Unterstützung der vielfältigen Aufgaben!
Wo sich Weltliches und Mystisches verbinden
Kartenaktion Heimatvereinigung Wiggertal «Häb Sorg zor Heimat»
Die von Seppo Verardi geschaffenen Kunstkarte spiegelt vieles von dessen Persönlichkeit und Kunst: Flirrende, durchscheinende Luft liegt über geometrisch klar gefestigten Äckern und Wiesen, dazwischen als schmaler Streifen Oftringen, der Ort seiner Herkunft.
Seppo Verardi wurde am 1. August 1960 als Sohn eines Italieners und einer Griechin in Oftringen geboren und ist dort aufgewachsen. Er schwärmt von seiner glücklichen Kindheit und seiner Prägung durch die Eltern: «Ich bin zwischen zwei Bauernhöfen und in der Nähe eines kleinen Schlachthofes aufgewachsen. Es war immer etwas los - das Beste, was einem Kind passieren kann! Mein Vater hat mir den Sinn für das Musische, für das Konkrete, die Freude am Leben vererbt, die strenggläubige Mutter den Bezug zum Katholischen und Mystischen.»
Soweit er sich erinnern kann, hat er gekritzelt, gemalt und gezeichnet. Mit acht Jahren gewann er den ersten Zeichnungswettbewerb und gewann ein Goldvreneli, mit 12 malte er das erste Ölbild. Doch riet ihm der Zeichnungslehrer vom Besuch der Kunstgewerbeschule ab mit dem Hinweis, er könne dort nichts mehr lernen. So absolvierte er – auch im Hinblick auf einen Brotberuf - in Basel, Zürich, Bern und Perugia ein Phil.I – Studium, das Sprachen, Psychologie, Kunstgeschichte und Medienwissenschaft beinhaltete. Besonders beeindruckt war er vom Kunsthistoriker Gottfried Boehm, der sich unter anderem mit dem Abwesenden in einem Bild befasst (eikones).
Das Studium verdiente sich Seppo Verardi mit Werbegrafik, Karrikaturen und als Fotojournalist, z.B. fürs Zofinger Tagblatt. Nach seiner Arbeitstätigkeit als Assistent an der Universität Basel schrieb er seine Dissertation über ästhetische und semiotische Aspekte der italienischen Massenmedien (Le parole veloci, Dado editore, Locarno 1993). Bei der Weiterbildung an den Kunstakademien Saint Martins School of Art and Design und Slade School of Fine Art in London setzte er sich mit kommunikativen Aspekten in den verschiedenen Techniken auseinander.
Für kurze Zeit hatte er sein Atelier in der alten Wälchli-Villa in Zofingen - eine Zeit, die mit unvergesslichen Erinnerungen verbunden ist. Danach lebte er in Olten, bis er 1998 über die Vermittlung eines Boxerkollegen nach La Neuveville zog. Am Gymnasium in Solothurn unterrichtet er ein paar Stunden Italienisch - «so viel, wie ich brauche, damit ich mir das Leben als Künstler leisten kann» - und widmet sich daneben ganz der Kunst.
Der Einblick in sein Atelier zeigt, wie Seppo Verardi mit Farben und Formen experimentiert und als wacher Beobachter in der Umgebung seine Motive findet. So möchte er auf einer grossflächigen, noch leeren Leinwand jenen wilden, inzwischen verschwundenen Garten malen, der ihn auf dem Weg von der Wohnung ins Atelier stets fasziniert hat.
Seppo Verardi zeigt seine Werke in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen und spricht begeistert von der aktuellen Bedeutung der Kunst: «Sie führt Generationen und unterschiedliche Menschen zusammen. Kirchen leeren sich, Museen füllen sich. Diese sind die modernen Tempel, in denen die Menschen ruhig und voller Andacht die Bilder betrachten.»
In La Neuveville fühlt er sich heimisch. Er hat verschiedene Kraftorte entdeckt und bemerkt lachend: «Ich bin eben ein Emigrant, wie meine Eltern.» Ebenso bleibt er mit Oftringen verbunden, wo er regelmässig die betagte Mutter und die beiden Schwestern besucht: «Es ist eine wunderschöne Landschaft. Mir geht jedes Mal das Herz auf, wenn ich dort bin.»
Mehr Infos: www.seppoverardi.ch
Text: Monika Fischer
Weitere Kartenaktionen
Frühere Kartenmotive findet man im HV Wiggertal Archiv unter Ehemalige Kartenaktionen.
